„In der stillen Pracht | In allen frischen Büschen und Bäumen | Flüsterts wie Träumen | Die ganze Nacht.“ (Joseph von Eichendorff) – Kalenderspruch des Tages
Meine heutige Tour ist sehr überschaubar und somit auch mein Beitrag, denn nur wenige Straßen sind zu absolvieren, bevor ich dem Botanischen Garten einen Besuch abstatte. Das Wetter ist perfekt, die Sonne gibt alles und hat auch das letzte Wolkenkrümelchen vom Himmel vertrieben, der in einem verschwenderischen Blau die Szenerie beleuchtet. Vom S-Bahnhof Lichterfelde West kommend, bewege ich mich in dem Dreieck zwischen Altensteinstraße und Unter den Eichen. Im Reichensteiner Weg fällt mir ein Haus auf, das durch die eleganten Rahmungen der Fenster und Haustür besticht, die als einzige Schmuckelemente völlig ausreichend sind. Im Gegensatz dazu leuchtet mir in der Altensteinstraße das Schild der Botschaft von Botswana in fröhlichen Farben entgegen und erinnert mich zudem sehr an die Berliner Öffentlichen Bibliotheken, die seit geraumer Zeit mit dem Angebot des Digital-Zebras werben:



Die nächste Straße – der Patschkauer Weg – müsste eigentlich in Zwillingsstraße umbenannt werden. Es ist unglaublich, wie viele Doppelhäuser hier stehen! Nicht als Reihenhäuser, sondern oft in Form von Villen und Landhäusern. Aber wieso häufen sie sich gerade hier so auffällig? Es kommt mir so vor, als bestünde die komplette Straße aus Paaren. Die Straße ist Teil einer einheitlich geplanten Siedlung aus der Zeit um 1890, in der Doppelhäuser bewusst als dominierender Haustyp vorgesehen waren. Die Bebauung reicht von Gebäuden aus der Gründerzeit bis hin zu Objekten aus den 1930er Jahren. Ziel war, kostengünstigen, aber dennoch bürgerlich wirkenden Wohnraum zu schaffen. Diese Bauweise ermöglichte eine verdichtete, aber ruhige Vorstadtsituation. Die KI behauptet, dass viele Häuser über großzügige Gärten und Wohnflächen um die 125 bis 150 m² verfügen, was ich leider nicht überprüfen, aber mir durchaus vorstellen kann. Hier ein paar Schnappschüsse:
Ebenfalls im Patschkauer Weg wohnte Fritz Elsas, Jurist, Kommunalpolitiker und Berliner Bürgermeister von 1931 – 1933. Er war Sozialdemokrat und Jude, wurde von den Nazis verfolgt und 1945 im KZ Sachsenhausen ermordet. Eine Gedenktafel und ein Stolperstein vorm Haus erinnern an ihn. Seine Familie kam in Sippenhaft, überlebte jedoch den Krieg.
Ehrlich gesagt, war mir der Name Fritz Elsas bis heute völlig unbekannt und so komme ich gedanklich wieder an den Punkt, wo mir bewusst wird, wie wenig wir doch wissen über die Personen, die Berlin mitgeprägt haben. Natürlich kann man nicht über jeden und alles informiert sein und sich Zusammenhänge merken, aber eine solide geschichtliche Grundbildung halte ich für unglaublich wichtig, denn Geschichte ist Teil unserer Identität. Wir leben im Hier und Jetzt, aber die Generationen vor uns haben das auch getan, oft getrieben von den gleichen Problemen wie wir heute, doch das liegt für viele außerhalb ihrer Vorstellungskraft, sofern sie es überhaupt versuchen.
Wieder Unter den Eichen angelangt, komme ich am Zweiggelände der BAM (Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung) vorbei, das sich zwischen Fabeck- und Kamillenstraße weiter nach hinten ausbreitet. Ursprünglich stand dort ab 1900 das Stubenrauch‑Kreiskrankenhaus, das in der Kaiserzeit mehrfach erweitert wurde (Otto von Bismarck, Cosima und Winifred Wagner sowie Alfred Krupp zählten zu den Patienten) und im Nationalsozialismus auch für Zwangssterilisationen genutzt wurde. Nach 1945 übernahm die US‑Armee das Gelände und betrieb dort bis 1994 ein großes Militärhospital, dessen moderner Neubau in den 1970er‑Jahren entstand und streng bewacht war. Nach Jahren des Leerstands und einer Phase als beliebter Lost Place wird das Areal von der BAM genutzt und seit 2019 zum Innovations‑ und Gründungszentrum FUBIC umgebaut. Die Fertigstellung war für 2025 geplant, doch wie es aussieht, wird das noch ein bisschen dauern.
Entlang an einem vornehm wirkenden Mehrfamilienhaus bleibe ich in der Altensteinstraße vor einem merkwürdig anmutenden Gebäude der FU stehen. In der Hauptsache schlicht und zweckmäßig gestaltet, lenkt es die Blicke des Flaneurs durch sein Eingangsportal mit stämmigen Säulen auf sich. Sie wirken total fehl am Platz, aber nur durch sie wird man neugierig auf das Haus.
1912 als Neubau für das Königliche Astronomische Rechen‑Institut errichtet, diente es mehr als drei Jahrzehnte lang der Berechnung von Stern‑ und Planetenbahnen. Nach dem Tod des Direktors Fritz Cohn und der Verfolgung seiner jüdischen Familie in der NS‑Zeit übernahm 1944 die Kriegsmarine die Einrichtung, bevor das Institut nach Kriegsende weitgehend nach Heidelberg verlegt wurde. Das Gebäude wurde anschließend von der US‑Armee beschlagnahmt, später an das Land Berlin übergeben und diente ab 1950 der Freien Universität Berlin – zunächst dem Friedrich‑Meinecke‑Institut, danach der Universitätsleitung und seit 1994 den Instituten für Islam‑ und Religionswissenschaft. Heute befinden sich dort Büros von Startup-Unternehmen mit merkwürdigen Namen – bis auf einen sehr schönen: Renatrix. Natürlich werde ich dabei hellhörig! Welche Innovation mag sich wohl dahinter verbergen? Dank Google finde ich folgende Erklärung:
Renatrix entstand aus einer Doktorarbeit, als Mitbegründerin Dr. Ahed Almalla einen wiederkehrenden Bedarf in der wissenschaftlichen Gemeinschaft erkannte: Forscher wollten Zugang zu reproduzierbaren, hochwertigen Biomaterialien, ohne diese intern produzieren zu müssen. Das Start-up konzentriert sich auf Biomaterialien auf Basis der extrazellulären Matrix (ECM), die die natürliche Umwelt des Körpers nachahmen und es Zellen ermöglichen, sich natürlicher zu verhalten – für zuverlässige Forschung, Krankheitsmodellierung, Medikamententests und 3D-Bioprinting-Anwendungen.
Im Schlenderschritt nähere ich mich langsam dem Botanischen Garten, komme an den Residenzen der Botschafter von Mauretanien und Malaysia vorbei, studiere interessiert seltsame Aufkleber, achte auch auf die Straßenlaternen (sie sehen hier anders aus) und erfreue mich an stilvoll gestalteten Villen am Wegesrand.
Plötzlich bemerke ich, dass ich auf Höhe Limonenstraße / Altensteinstraße an einem umzäunten, tiefen Loch vorbeilaufe. Es wächst zwar viel Gestrüpp, das die genauere Inaugenscheinnahme verhindert, aber es geht eindeutig steil bergab. Für ein Baugrundstück ist das viel zu tief. Auf Google Maps wird das Areal als Limonenteich ausgewiesen und ich erfahre, dass diese Ecke eines der letzten Urstromtäler von Steglitz-Zehlendorf ist. Von den ursprünglichen Wasserläufen und Gewässerflächen sind durch die Bebauung nur noch wenige verblieben. Zur heutigen Zeit dient der „Teich“ lediglich als Wassersammelbecken bzw. Straßenentwässerung bei Regen. Direkt daneben befindet sich das ehemalige Wohnhaus des Psychoanalytikers Max Eitingon (1881–1943).
Er war ein aus Galizien stammender Arzt und einer der prägenden frühen Psychoanalytiker. Trotz schweren Stotterns und ohne medizinisches Staatsexamen fand er über C. G. Jung zur Psychoanalyse und wurde 1907 ein enger Schüler Freuds. In Berlin gründete er gemeinsam mit Karl Abraham die Berliner Psychoanalytische Vereinigung, stiftete 1920 die erste psychoanalytische Poliklinik und prägte als Vorsitzender der Internationalen Unterrichtskommission die Standards der psychoanalytischen Ausbildung. Politisch verfolgt und aus der Deutschen Psychoanalytischen Gesellschaft gedrängt, emigrierte er 1933 nach Jerusalem, wo er die Palästinensische Psychoanalytische Vereinigung mitbegründete. Seine letzten Jahre waren von Rückzug und Erschöpfung geprägt; die Emigration hat er nie überwunden. Auch er gehört zu den Personen, von denen ich bis eben noch nie gehört habe und ich bin so dankbar, auf diese Weise meinen Horizont erweitern zu können!
In der Willdenowstraße, die direkt am Botanischen Garten entlangführt, mache ich noch zwei Entdeckungen. Vor einem Gebäude im Landhausstil weht eine rote Flagge mit dem Schriftzug:
Vivat! Es lebe die Republik Hecker u. Struve.
Damit kann ich erst mal nichts anfangen, muss ich gestehen. Erst Recherchen ergeben, dass es sich um eine Revolutionsfahne von 1848 handelt. Friedrich Hecker war der Anführer der ersten großen Erhebung der Badischen Revolution, dem sogenannten Heckeraufstand. Ein paar hundert Revolutionäre schlossen sich seinem Marsch von Konstanz nach Karlsruhe an. Sie waren der Übermacht der Bundestruppen nicht gewachsen und wurden bei Kandern in die Flucht geschlagen. Hecker entkam und wanderte nach Amerika aus. Gustav Struve war ein radikaldemokratischer Publizist und einer der führenden Köpfe der Badischen Revolution von 1848/49. Nach gescheiterten Aufständen, Exil und Jahren in den USA kehrte er nach Europa zurück und wirkte später als Schriftsteller und früher Vertreter der vegetarischen Bewegung.
Das Gebäude dient als Sitz des nexus Institut für Kooperationsmanagement und interdisziplinäre Forschung e.V. Laut Webseite arbeitet das Team „an der Schnittstelle von Forschung und Praxis und entwickelt Projekte, die gesellschaftliche Beteiligung stärken. Es untersucht, wie Demokratie, Nachhaltigkeit, Digitalisierung, Gesundheit und regionale Entwicklung durch gute Beteiligungsprozesse verbessert werden können, und unterstützt Kommunen, Behörden, Organisationen und Initiativen dabei, solche Prozesse zu planen, zu moderieren und zu evaluieren. Mit Workshops, Dialogformaten, Studien und der eigenen Akademie fördert nexus eine Kultur der Mitgestaltung und hilft dabei, komplexe Zukunftsfragen gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern zu bearbeiten.“ Das klingt gut, aufwendig und sehr bedeutend, aber ehrlich gesagt kann ich mir nicht so richtig vorstellen, was das konkret heißt und wie man das alles hier in diesem Haus stemmen kann. Es trägt übrigens den Namen Villa Morgenroth, weil es 1911 für den Mediziner Julius Morgenroth und seine Familie errichtet wurde. Letztendlich habe ich ihm sogar mein Leben zu verdanken, denn er war Mitbegründer der Chemotherapie, was ich einer Infotafel am Haus entnehmen kann.
Bei der zweiten Entdeckung handelt es sich um eine Villa, die u.a. den Landesverband des Bundes Deutscher Baumeister, Architekten und Ingenieure e.V. beherbergt. Eine wichtige Institution, die auch die Zukunft des Bauens in Berlin mitbestimmt. Der Verein setzt sich dafür ein, dass Architekten unabhängig arbeiten können, dass Planungsprozesse transparenter und digitaler werden und dass Gesetze sowie Vergabeverfahren so gestaltet sind, dass verantwortungsvolles Bauen möglich bleibt und die Stadtentwicklung langfristig tragfähig bleibt.
Bevor ich den Botanischen Garten betrete, umrunde ich ihn und gerate dadurch Am Fichtenberg schon auf Steglitzer Gebiet. Dazu gehört die eindrückliche Kita „John F. Kennedy Friendship“, die durch den markanten weißen Turm und die farbenfrohen Wandgestaltungen die Blicke auf sich zieht.

Ein Stückchen weiter wartet ein fast einschüchternder Bau auf mich mit der Giebelinschrift: „Kaiser Wilhelm Jubiläums-Stiftung des Waisenhauses der französisch reformierten Gemeinde Berlin. 1914“. Das war eine Stiftung der Hugenotten‑Gemeinde, die anlässlich eines Kaiserjubiläums eingerichtet wurde, um das bereits seit dem 17. Jahrhundert bestehende französische Waisenhaus in Berlin finanziell zu unterstützen. Sie diente dazu, Unterhalt, Ausbau und soziale Aufgaben des Waisenhauses dauerhaft zu sichern und elternlose oder bedürftige Kinder zu stärken. Direkt daneben steht ein ähnliches Gebäude. Laut Denkmaldatenbank wurden beide 1914 – 1916 von F. Götze, F. und A. Härtel erbaut und gelten als Gesamtanlage. Die heutige Nutzung habe ich leider nicht herausfinden können.
Eigentlich müsste ich jetzt abbiegen, um weiterhin an den Grenzen des Botanischen Gartens zu haften, doch die Straße gefällt mir so gut, dass ich sie nicht verlassen möchte und lande doch tatsächlich direkt vor der Schuldenuhr des Landes Berlin, die mir gnadenlos meinen höchst persönlichen Anteil daran von ca. 18.000 € mitteilt. Ich weiß gar nicht, wie mir das passieren konnte! Muss ich die jetzt zurückzahlen? Am besten wäre wohl, ich verzichte ab sofort für ein paar Jahre auf meine Rente. Wenn sich das alle Berlinerinnen und Berliner so reumütig zu Herzen nehmen würden wie ich, wäre die Stadt bald schuldenfrei. Also worauf warten wir noch?
Der Ruth-Andreas-Friedrich-Park erinnert mich daran, dass ich seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten auf meiner Leseliste ihre Bücher „Der Schattenmann“ und „Schauplatz Berlin“ zu stehen habe. Ruth Andreas-Friedrich (1901 – 1977) hat in der Nähe am Hünensteig 6 gewohnt und war Journalistin und zentrale Akteurin der Berliner Widerstandsgruppe „Onkel Emil“, die Verfolgten des NS‑Regimes half und aktiv gegen die Propaganda arbeitete. Ihr Tagebuch, das die Jahre 1938 bis 1948 umfasst, gilt als bedeutende Quelle zum Alltag im Nationalsozialismus, zur Arbeit des zivilen Widerstands und zur Situation im zerstörten Berlin nach 1945. Für ihren Mut wurde sie 2002 von Yad Vashem als Gerechte unter den Völkern geehrt. Eine starke Frau, die nie in Vergessenheit geraten sollte. Der Park ist sehr ansprechend angelegt mit großen Höhenunterschieden, von vielen Plätzen aus hat man einen angenehmen Blick auf die Anlage. An der Seite steht ein Denkmal für Friedrich Paulsen, „1911 errichtet von den deutschen Oberlehrern“, wie auf der Rückseite nur noch schwach zu lesen ist. Paulsen war ein Befürworter der Reformpädagogik. Er wandte sich zugunsten des „deutschen Aufsatzes“ erfolgreich gegen den „lateinischen Aufsatz“ als Abitur-Leistung und gilt als der geistige Vater des modernen Gymnasiums, in dem neue und alte Sprachen sowie Naturwissenschaften gleichberechtigt gegenüberstehen.
Nun wirds aber langsam Zeit für den Botanischen Garten, dessen Eingang an der Königin-Luise-Straße ich nun zielstrebig über die Zeunepromenade entgegeneile.
Sie ist praktisch der Grenzweg zwischen Steglitz und Lichterfelde und mündet dort, wo die Königin-Luise-Straße zur Grunewaldstraße wird mit dem dort befindlichen FU-Institut für Theaterwissenschaft, Tanz-, Film- und Musikwissenschaft. Der neoklassizistische Bau wurde zwischen 1938 und 1940 nach Plänen des Architekten Hans Th. Lehmann errichtet. Ursprünglich als Verwaltungssitz für die Deutsche Forschungsgemeinschaft („Notgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft“) gebaut, diente es nach dem Krieg bis 1949 als Hauptquartier der US-Militärregierung. Die sehr schöne Eingangstür stellt bekannte Gelehrte wie Kopernikus, Röntgen und Paracelsus dar.
Vorbei am Botanischen Museum und dem gegenüber befindlichen Engler Palais, erreiche ich nun tatsächlich den Eingang zum Botanischen Garten. Er entstand ab 1897 als moderner Neubau, weil der alte Garten in Schöneberg zu klein geworden war. Unter der Leitung des Botanikers Adolf Engler wurde er zu einem der größten und wissenschaftlich bedeutendsten Botanischen Gärten der Welt mit weitläufigen Freilandflächen und den bis heute beeindruckenden Gewächshäusern. Seit 1910 ist er eng mit dem Botanischen Museum verbunden und bildet bis heute ein zentrales Forschungs‑ und Bildungszentrum der Freien Universität Berlin.
Der Empfangspavillon mutet etwas vernachlässigt an. In einer großen leeren Halle steht ganz verloren der Kassentresen und man kann tatsächlich auch nur Eintrittskarten kaufen. Kein Faltplan, keine Bücher oder die sonst üblichen Gimmicks verleiten zum Stöbern und Geld ausgeben, von einem Café ganz zu schweigen. Nun ja, ich bin ja schließlich nicht hier, um zu shoppen, sondern um besondere Pflanzen zu bestaunen. Davon gibt es natürlich ausreichend in allen nur denkbaren Farben. Eine junge Frau aus meiner Schreibwerkstatt hat mir diesen Ort als ihren Lieblingsplatz in Berlin mit folgenden Worten empfohlen: „Als idyllisch würde ich diesen Ort insgesamt beschreiben. Auch wenn ich ihn zu einer Zeit besucht habe, als das Gewächshaus geschlossen war, habe ich dennoch den Außenbereich sehr genossen. Dieser Ort ist von einer Vielfalt der Natur geprägt. Es gibt verschiedene Bereiche, die einem das Gefühl geben, in anderen Ländern zu sein. Mein Lieblingsbereich war der Englische Garten mit einem kleinen Teeladen. Der Botanische Garten bietet sehr viel Erholung. Gerade wenn die ersten Blüten zu sehen sind, ist er perfekt für einen Spaziergang.“ Fast ist dem nichts hinzuzufügen außer, dass die Gewächshäuser wieder begehbar sind. Von früheren Besuchen habe ich allerdings ein Café in Erinnerung, an das momentan nur das Mobiliar erinnert. Schade, denn innerlich hatte ich mir einen Besuch desselben als krönenden Höhepunkt des Tages ausgemalt. Doch die blühenden Kamelien machen diese Enttäuschung wieder wett, und auch die Farbenpracht insgesamt hilft mir über den Kaffeeentzug hinweg. Viele werden den Botanischen Garten kennen, falls nicht, können vielleicht die folgenden Fotos zu einem Besuch animieren. Nehmt einfach einen Picknickkorb mit, dann steht dem ungetrübten Genuss nichts im Wege.
Etwas abseits liegt ein kleiner Friedhof mit Ehrengräbern. Die dort aufgestellten Grabsteine erinnern an Persönlichkeiten, die für den Botanischen Garten von besonderer Bedeutung waren.
Die Größe der Anlage eignet sich hervorragend für einen Tagesausflug und ist zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert. Ich beende meine Tour an dieser Stelle und freue mich auf den 5. Mai, an dem mich am Vormittag eine Journalistin des Nachrichtenportals Tag24 begleiten wird und am Nachmittag eine Reporterin vom Deutschlandfunk. Außerdem treffe ich mich mit Paul Richter, einem ehemaligen Teilnehmer meiner Schreibwerkstatt. Er hat am Campus Benjamin Franklin eine Ausbildung absolviert und wird mich durchs Gelände führen.
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