Treptow, Spandauer Forst mit Eiskeller und Wedding

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Urlaubswoche vom 04. – 08. September 2017

Meine erste Urlaubswoche nutze ich, um mal wieder in Berlin umherzustreuen. Schon lange hatte ich mir vorgenommen, mal wieder den Treptower Park zu besuchen. Gleich am Montag setzte ich diesen Vorsatz um und schlenderte kreuz und quer durchs Gelände und bin immer wieder erstaunt, wie grün Berlin ist. Auch Kunst am Wegesrand, am Bau oder hier sogar im Wasser begegnet einem sehr oft.

Da ich nun schon ganz nah dran bin, statte ich auch dem Sowjetischen Ehrenmal einen Besuch ab. Dort war ich das letzte Mal vor ca. 10 Jahren. Ich bin erstaunt, wie gepflegt die Anlage ist und dass auch relativ viele Menschen hier chillen, Skateboard fahren, Fotoshooting machen oder einfach nur schauen, obwohl das auf dem Bild hier nicht so aussieht.

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Was mich ja gewundert hat, ist die Tatsache, dass die Inschriften auf den Stelen alle von Stalin sind. Da diese aber in dem Gesamtkontext zu sehen sind, hat man das so gelassen.

Danach führt mich mein Weg weiter Richtung Schlesisches Tor, die Straße „Am Treptower Park“ entlang. Linker Hand befindet sich ein riesiger myteriöser Komplex mit viel Stacheldraht, Kameras und doppeltem Zaun bis weit hinein in die Bouchestraße, die links abbiegt. Später bekomme ich heraus, dass das BKA hier seinen Sitz hat. Ich lasse mich treiben, laufe die Bouchestraße weiter und komme zu einer Bahnunterführung. Dort gehen Stufen hoch zum Gleisbett, doch plötzlich stehe ich im Wald! Das ist die Strecke der ehemaligen Görlitzer Bahn, die nach links bis in den Treptower Park und nach rechts bis in den Görlitzer Park reicht. Ein sehr schöner Weg. Gerne würde ich dort weiterlaufen, aber es stehen sehr mysteriöse Gestalten rum, so dass ich vorsichtshalber kehrt mache und mir auch das Fotografieren verkneife.

Also weiter durch den Schlesischen Busch über den Flutgraben und den Landwehrkanal. Hier ist es so stimmungsvoll und gemütlich, dass ich mich am liebsten unter das Partyvolk mischen würde.

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Ich bewege mich also weiter durch den Wrangelkiez zur U1. Am Schlesischen Tor lockt mich der Duft einer Bäckerei an und ich kaufe dort 1 Kilo Kleingebäck, Sooo lecker!

Der nächste Wandertag führt mich in den Spandauer Forst mit Eiskeller. Schon immer wollte ich wissen, was das eigentlich genau ist. In einem sehr schönen Wanderführer mit ungewöhnlichen, nicht ausgeschilderten Touren entdecke ich diese Rundwanderung von ca. 18 km. Viel Zeit bleibt nicht, ich trödle wieder rum und bin erst gegen 13 Uhr am S-Bahnhof Spandau. Dann noch ein Stück mit dem Bus und ab gehts zunächst durchs Moor.

Hier muss ich leider einen Umweg machen, denn sonst müsste ich durchs Moor waten. Ich erreiche schließlich einen gemütlichen Rastplatz und mache Pause.

Immer Google Maps an meiner Seite, kann ich prima mitverfolgen, wo ich gerade bin und wo ich lang muss, denn wie gesagt – das ist kein ausgeschilderter Weg. Also schlage ich mich durch die Büsche, quere auch öfter den Mauerweg, sehe ganz viele Rehe und Greifvögel und ganz wenig Menschen. Es ist ein sehr idyllisches Stück Berlin!

Letztendlich komme ich dann auch zum Ende der Tour hin in den Eiskeller, der auch mauerhistorisch eine besondere Bedeutung hat. Hier war eine kleine Ecke DDR, die in den Westen hineinragte. Die Hintergründe kann man auf Infotafeln lesen. Eiskalt war es aber nicht – im Gegenteil! Einer der letzten schönen Sommertage.

Es gibt dort ein paar Häuschen und viele Pferde. Das wars. Ein Stückchen weiter auch mit meinem Handy. Akku alle, Orientierung nur noch mit der Sonne möglich. Es hat funktioniert, aber es ist ein komisches Gefühl, nicht überprüfen zu können, wo man ist. Deswegen habe ich mir auch gleich vor der Rückreise eine Powerbank gekauft. Das passiert mir nicht nochmal!

Letzter Wandertag – ich laufe mal wieder zu meinem Sohn in den Wedding, heute aber eine andere Strecke über Weißensee, durch das Gelände rund um den Faulen See, durch Alt-Hohenschönhausen.

Eine sehr widersprüchliche Gegend. Natur pur und dann wieder Industriegelände, alte Häuser schmiegen sich an Hochhäuser.

Weiter über Hansastraße, Indira-Ghandi-Str. zur Berliner Allee. Vom Alexianer-Krankenhaus, das sich dort befindet, habe ich auch noch nie gehört, während das Kulturhaus „Peter Edel“ auf jeden Fall ein Begriff ist. Es sieht schlimm aus, soll aber 2019 wieder eröffnet werden, habe ich gelesen. Hier schmuggle ich und fahre bis zur Ostseestraße vor mit der Straßenbahn, weil es auch gerade aus Kannen gießt.

Danach gehts quer durch den Prenzlauer Berg, durch die Erich-Weinert-Str. zum Humanplatz, danach über die Schönhauser Allee in die Schivelbeiner Straße. Für Prenzlberg-Verhältnisse gehts hier aber ziemlich abgewrackt zu. Weiter zur Behmstraße.

Nun verlasse ich den Prenzlauer Berg über eine Brücke, unter der sich jemand fast ein gemütliches Wohnzimmer eingerichtet hat. Überall auch hier Kunst im Öffentlichen Raum. Und schon bin ich am Gesundbrunnencenter mit gegenüberliegendem Humboldthain. Dorthin mache ich noch einen Abstecher, denn von oben hat man einen herrlichen Blick.

Nun ist es fast geschafft. In der Grenzstraße entdecke ich ein wunderschönes Gebäude. Eine Schule, deren Fassade und Tür absolute Hingucker sind:

Pünktlich (fast) wie vereinbart komme ich an und ich gehe mit meinen Söhnen noch schön essen. Wieder in Hellersdorf, begrüßt mich dort abends der Mond und leuchtet mir direkt ins Bett zum wohlverdienten Schlaf.

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