11. Storytausch mit Franziska Hauser

Unser Storytauschprojekt wird 11 Jahre alt! Zum elften Mal schrieben wir gemeinsam mit einem Autor / einer Autorin eine Geschichte, die zum Ende des Jahres mit einer Buchpräsentation vorgestellt wird. In den vergangenen Jahren haben wir mit Jochen Till, Martina Dierks, Thomas Fuchs, Boris Koch, Jenny-Mai Nuyen, Micha Ebeling, Alf Ator, Dietmar Wischmeyer, Thomas Brussig und Iny Lorentz zusammengearbeitet. Für 2021 konnten wir die Autorin und Fotografin Franziska Hauser gewinnen. Coronabedingt haben sich die Teilnehmer zunächst nur auf Zoom kennenlernen können, doch zur Juli-Schreibwerkstatt gabs das erste Live-Treffen in der Bibliothek.

Mitte Dezember 2020 legten alle in einem Meeting unter Anleitung von Franzi fest, worum es in den Beiträgen gehen sollte: Liebe unter Zwang, verbotene Liebe… (nicht zwingend Partnerliebe, sondern Beziehungen jeder Art)

Es wurde noch ein Schwierigkeitsgrad eingebaut. Jeder sollte in einer Perspektive und Zeitform schreiben, die er normalerweise nicht verwendet. Und damit konnte es dann losgehen mit allen Freiheiten fürs Fabulieren und Fantasieren. Jeder schrieb seine eigene Geschichte. Nun sind alle fertig. Alle Texte wurden von Franziska gründlich unter die Lupe genommen. Die Teilnehmer erhielten ein Feedback und Vorschläge zur Überarbeitung. Nun haben alle Geschichten diesen Prozess durchlaufen. Franziska hat sie durch Sprichwörter und Max-Frisch-ähnlichen Fragen miteinander verwoben. Hier ein paar Kostproben:

Ist die Toleranz größer, oder kleiner, wenn man verwandt ist?
Oder kann die Liebe die Seele heilen?
Und wer hat am Ende vom Anfang gewusst?
Wofür macht die Liebe blind?
Kann man nicht wachsen, wenn der Preis zu niedrig ist?
Oder bleibt eine geheilte Verletzung eine empfindliche Stelle?
Verschwindet die Sehnsucht, wenn sie erfüllt ist?
Auf welche Weise sucht man nach dem, wovon man absolut nicht weiß was es ist?

Die Texte wurden damit in den Status von interessanten Antworten auf spannende philosophische Fragen erhoben. Isabel Dangus – bewährte Illustratorin der vorherigen Bücher, fertigte Ölbilder zu den Texten an.
Anschließend verlieh die Künstlerin und Grafikerin Antje Püpke dem Ganzen ein professionelles Outfit.
Aus anfänglicher Zurückhaltung erwuchs bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu Recht das Gefühl, dieses Mal etwas ganz Besonderes
geschaffen zu haben. Die intensive Auseinandersetzung mit dem komplexen Thema, die kunstvollen Illustrationen und das perfekt auf den Inhalt abgestimmte Layout ergeben eine Komposition, die den Leser mit Staunen und Neugier erfüllt.

Am 27.11.2021 um 17:00 Uhr stellen alle Beteiligten ihr Gemeinschaftswerk in einer öffentlichen Lesung vor.