Schreibende Erkundungsreise: Auf Spurensuche in Prora

So lautet der Titel unseres mittlerweile vierten Projektes, für das wir uns erfolgreich um Fördermittel aus dem Kinder- und Jugenddemokratiefonds beworben hatten:

Kurzbeschreibung
Prora war jahrelang ein unbedeutendes Fleckchen Erde.
Erst unter den Nationalsozialisten gelangte der Ort in die Schlagzeilen. „Kraft durch
Freude“, kurz KdF, hieß der Leitspruch. Nicht nur die Arbeit, sondern auch die
Freizeit der Menschen sollte unter Beobachtung des Regimes stehen und der
„Koloss von Prora“ entstand – ein 4,5 km langes Gebäude direkt am Strand, das
jetzt u.a. als Jugendherberge dient. Dort haben wir übernachtet. Mit dieser Reise
an die Ostsee konnten wir uns der Geschichte des Ostseebades Prora nähern und sind jetzt dabei, unsere Eindrücke schriftlich festzuhalten. Bezüglich der Textarten gibt es keine Vorgaben. Die Ergebnisse werden mit Fotos kombiniert und in einer Broschüre festgehalten. Die Besichtigung weiterer Sehenswürdigkeiten wie z.B. des Baumwipfelpfades und das Beisammensein insgesamt haben diesen Kurzurlaub zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht. In Kürze folgt hier eine detaillierte Beschreibung unserer Reise.


Für wen ist das Projekt / wem nützt das Projekt?
Das Projekt dient und nützt in erster Linie den Jugendlichen. Corona hat eine tiefe Kerbe in die Gemeinschaft der schreibenden Jugendlichen geschlagen. Der in 11 Jahren
gewachsene und beeindruckende Zusammenhalt der sehr heterogenen Gruppe drohte
durch die mittlerweile einjährige Zwangspause zu zerbrechen. Online-Treffen konnten
den Bedarf an Austausch nicht auffangen. Einige der Jugendlichen haben sich total
zurückgezogen und zeigen Anzeichen von Depressionen. Die Sehnsucht nach
gemeinsamen Aktivitäten und einem Wiedersehen konkretisierte sich immer mehr in
dem Wunsch einer Schreibreise an die Ostsee. Sie hat geholfen, durch die gemeinsamen Aktivitäten und das Zusammensein mit Gleichgesinnten die Freude am Leben wiederzugewinnen. Außerdem diente die Reise der Erweiterung des
Geschichtsbewusstseins und half den Jugendlichen, das Geschehen während der Zeit
des Nationalsozialismus besser einzuordnen. Die Schreibanregungen trainieren die
Fähigkeit, sich schriftlich auszudrücken und Erlebtes zu verarbeiten.

Die Schreibwerkstatt ist aus dem Stadtbezirk nicht mehr wegzudenken, hat schon viele
beeindruckende Projekte gemeistert und dafür berlinweit Anerkennung bekommen. Mit den auf dieser Schreibreise entstehenden Texten steht eine weitere beeindruckende Textsammlung in Aussicht, die auch für andere Menschen gewinnbringend sein kann.

https://youtu.be/qcqNePb0X4E