Archiv des Autors: Renate Zimmermann

Über Renate Zimmermann

Leidenschaftliche Fußgängerin, Bibliothekarin, Leiterin der Schreibwerkstatt Marzahn und Organisatorin von Reisen und Projekten, hier dokumentiert.

Krimidinner

Szenario: Vor einigen Tagen erhielten die Ehemaligen der Klasse 12 b von der Mark-Twain-Oberschule eine vielversprechende Einladung zum 10-jährigen Klassentreffen. Auch Herr Grünbaum, der damalige Klassenlehrer wurde darin als Gast angekündigt. Die Teilnehmer wurden gebeten, etwas zum Buffet beizusteuern. Fast alle folgten begeistert der Einladung und nach und nach füllte sich die Schulbibliothek, die dafür gemietet wurde. Plötzlich ertönte eine Etage tiefer ein gellender Schrei und alle rannten aufgeregt dorthin, um nachzuschauen, was passiert war. Eine der Organisatorinnen hatte sich kurz vorher auf die Suche nach Herrn Grünbaum begeben und ihn tot aufgefunden. Man kann sich vorstellen, welche Aufregung danach herrschte! Die Schule wurde sofort abgesperrt und niemand durfte das Gebäude mehr verlassen.

Nun begann das große Rätselraten. Wer war der Mörder? In Dreiergruppen begaben sich die ehemaligen Schülerinnen und Schüler auf die Suche nach Hinweisen, Botschaften, Indizien oder gar Beweisen. Es wurden Umschläge mit Geheimschrift gefunden, ein Liebesbrief, ein Kalender mit dem Ultraschallbild eines Embryos darin, Zeitungsausschnitte. Man verdächtigte sich gegenseitig und es wurde allen immer klarer, dass wohl jeder so seine Geheimnisse mit sich rumtrug und nichts so war, wie es schien. Kaum jemand konnte das Bild aufrechterhalten, das die anderen bis zu diesem denkwürdigen Tag von ihm hatten und teilweise taten sich menschliche Abgründe auf. Schließlich einigte man sich darauf, erst mal etwas zu essen, denn die ganzen mitgebrachten Köstlichkeiten standen immer noch unberührt auf dem Buffet und es wäre doch schade gewesen, das alles wegzuwerfen. Herr Grünbaum wäre davon auch nicht wieder lebendig geworden. 

Da alle am Tisch versammelt waren, nutzten sie die Gelegenheit, die zusammengetragenen Fundstücke zu besprechen und sich auch gegenseitig zu befragen. Dabei ging es teilweise hochemotional zu und es stellte sich heraus, dass irgendwie alle auf unterschiedliche Weise in Machenschaften mit dem toten Lehrer verstrickt waren.

Doch wer war nun der Mörder? Oder die Mörderin? Besonders verdächtig war seine Frau, denn sie hatte von der jahrelangen Affäre ihres Mannes mit der nun hochschwangeren Mary erfahren und – wie sie endlich der Klasse gestand – kurz vor dem Treffen noch mit ihm gestritten. Er hätte ihr da auch gesagt, dass er die Scheidung eingereicht habe und ausziehen würde. Frau Grünbaum hatte ihren Mann daraufhin zwar nicht vorsätzlich ermordet, sich aber durch Totschlag im Affekt schuldig gemacht. Nun war zwar die Täterin gefunden, aber Erleichterung wollte sich nicht einstellen, eher Ernüchterung. So hatte sich wohl niemand diesen Abend ausgemalt. Ob es wohl jemals noch ein nächstes Klassentreffen geben wird?

Wir hatten alle einen sehr unterhaltsamen Nachmittag und möchten dem Organisationsteam Jule und Johanna ganz herzlich danken für das Skript und die perfekte Vorbereitung! Mit Musik (Mr. Pianoman Thomas Krüger am Klavier) und Gesang fand das Krimidinner einen gelösten und stimmungsvollen Ausklang.

Des Kaisers neue Kleider

Vor einiger Zeit fiel mir Jorge Bucays Buch „Was Märchen über dich erzählen“ in die Hände. Darin stellt er fest, dass das Märchen „Des Kaisers neue Kleider“ kein klassisches Ende besitzt im Sinne von „… und wenn sie nicht gestorben sind…“ Anreiz genug, in unserer letzten Schreibwerkstatt des Jahres zu versuchen, ein passendes Ende für dieses besondere Märchen zu finden. Wer wissen möchte, welche Konsequenzen der Kaiser aus der Erkenntnis gezogen haben könnte, betrogen worden zu sein, kann das hier nachlesen:

Des Kaisers neue Kleider

Nach drei Runden „Stadt, Land, Fluss“ redeten wir über eine sehr interessante Aktion im Brecht-Haus. Dort kann man einen Text in Auftrag geben gegen eine Spende an PRO ASYL. Wir entschieden uns für die Teilnahme, jeder spendete 1 € und ich rundete auf 30 € auf. Als Textsorte wählten wir ein Horoskop und trugen ein paar Stichwörter zusammen wie z.B.

Mitglieder / Wahnsinn / Autoren / Zukunft / Marzahn / Gay / Neongrün / Stifte / Erfolgreich / Schreibfeder / Untergang / Schreibblockade / Klappentext / Eistee / Mandarine

Nun sind wir total gespannt, wie unser Horoskop ausfallen wird!

Zum Schluss zogen wir eine Fragekarte für unsere monatliche Debattierrunde:

Ein Thema, dass viele Betrachtungsweisen zulässt. Immer wieder spannend und beeindruckend, wie tiefgründig die Diskussionen geführt werden.

Post aus Kasachstan

Ein absolutes Highlight in der Geschichte unserer Schreibwerkstatt war die Lesung am 23.11.2019 mit Thomas Brussig. Sie bildete den krönenden Abschluss des gemeinsamen Schreibprojektes „Storytausch“, in dessen Ergebnis das Buch „Post aus Kasachstan“ entstand. Illustriert von Isabel Dangus, Cover und Design von Antje Püpke. Mr. Pianoman Thomas Krüger begleitete die szenische Lesung mit Musik am Bechstein-Flügel. Die Teilnehmer liefen zur Höchstform auf und lieferten mit der Gerichtsszene eine bühnenreife Stand-Up-Comedy-Show. Eine rundum gelungene Veranstaltung, angefangen vom Buch über die Darbietungen bis hin zum Buffet. Für Publikum und Mitwirkende ein toller, unvergesslicher Abend!

© Frank Ludwig und Frank König

Fotoalbum mit weiteren Schnappschüssen von der Lesung

Gedenkfeier

 

Wir suchen Paten für die Kinder vom Eichborndamm. Kommt mit!

Dieser Aufruf des Museums Reinickendorf, sich für das Gedenken an junge „Euthanasie“-Opfer im Nationalsozialismus zu engagieren, erreichte uns genau im richtigen Moment, als wir schon mittendrin steckten in dem Projekt „Unwertes Leben“.. Für das Projekt Mein liebes Kind übernehmen Jugendliche Patenschaften für Kinder, die in der ehemaligen Städtischen Nervenklinik für Kinder getötet wurden.

„Der heutige Gedenkort und das Geschichtslabor befinden sich am Eichborndamm 238, im Untergeschoss eines der beiden Häuser, in denen die Nervenklinik mit dem irreführendem Namen ‚Kinderfachabteilung‘ untergebracht war. Zwischen 1941 und 1945 wurden hier geistig behinderte Kinder und Jugendliche – sogenannte „Reichsausschuss“-Kinder – getötet. Über ihr Schicksal wurde von Gutachtern entschieden, die – oftmals ohne die Akten zu lesen – mit einem „+“- oder „-“-Zeichen im Meldebogen über Leben und Tod verfügten. Mein liebes Kind verbindet das Andenken an die hier verstorbenen Kinder und Jugendlichen mit der Übernahme einer langfristigen Patenschaft für ein Kind durch Berliner und Brandenburger Schulen, die sich aktiv für zeitgemäße und altersgerechte Erinnerungsarbeit einsetzen wollen.“ (Zitat von der Webseite https://www.mein-liebes-kind.de/

Wir hatten uns entschlossen, auch eine Patenschaft über ein Kind zu übernehmen. Die Wahl fiel auf Ruth R.:

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Am 07.11.2019 waren wir eingeladen zur Gedenkfeier für die Kinder vom Eichborndamm. Wir lasen erste, schon fertige Texte vor und bekamen unsere Patenschaftsurkunde überreicht. Auch Schülerinnen und Schüler von mehreren Schulen sind Paten geworden. Unsere Texte beeindruckten das Publikum sehr und wir wurden im Nachhinein mehrfach darauf angesprochen. Das motiviert! Es war eine sehr zu Herzen gehende Gedenkstunde. Es ist immer wieder unfassbar, was dort den Kindern angetan wurde.

Im Anschluss wurden vor dem Haus unter den Gedenktafel Kerzen angezündet und Blumen niedergelegt.

Mein liebes Kind: Besuch des Gedenkortes Eichborndamm 238

Das Thema unseres Projektes „Unwertes Leben – Euthanasie im 3. Reich“ führte uns heute nach Wittenau in die ehemalige Städtische Nervenklinik für Kinder, kurz Wiesengrund genannt. Die damalige Station 3 mit dem zynischen Zusatznamen „Kinderfachabteilung“ spielte bei der Tötung von kranken Kindern eine besonders schlimme Rolle. Geistig und körperlich behinderte Kinder und Jugendliche wurden hier eingewiesen und verließen die Klinik selten lebend. Wir wussten, dass uns schwer begreifbare Schicksale erwarteten und dieser Tag kein Vergnügen werden würde.

Doch zunächst stachen uns auf der Hinfahrt mit der U8 die sehr kunstvoll gestalteten Bahnhöfe ins Auge, einer interessanter als der andere. Am liebsten wären wir an jeder Station ausgestiegen. Das Staunen setzte sich fort, als wir am Rathaus Reinickendorf den Untergrund verließen und uns dieses imposante Gebäude begrüßte.

Über dem mit vielen Figuren geschmückten Portal leuchtete uns die goldene Inschrift entgegen: „Jedem das Seine und Gott die Ehre“. Automatisch zuckt man zusammen, wenn man das liest, denn der erste Teil des Satzes prangte zynisch über dem Tor zum KZ Buchenwald. Aber eigentlich ist das ein Ausdruck von Gerechtigkeit und stammt von Cicero. Die Erkundung der  schönen Parkanlagen rechts und links des Eichborndamms mussten wir zugunsten unseres Termins auf später verschieben, denn Karen Scheper, Künstlerin und Leiterin des Projektes „Mein liebes Kind“ erwartete uns schon.

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1880 wurde die Irren-Anstalt der Stadt Berlin zu Dalldorf (heute Wittenau) eröffnet. 1881 kam eine Erziehungsanstalt für idiotische Kinder dazu und 1887 wurden die beiden Kolonie-Häuser gebaut, in die 1941 die Städtische Nervenklinik für Kinder – die Tötungsanstalt einzog. Nach Kriegsende wurde der Klinikbetrieb weitestgehend mit dem gleichen Personal weitergeführt, ging 1946 nahtlos in ein Kindersanatorium über und wird seit 1955 vom Bezirksamt genutzt, u.a. als Beratungsstelle für behinderte Kinder und Fürsorgestelle. Das ist schon ziemlich makaber.

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Wir versammelten uns zunächst um einen großen Tisch im Kellergeschoss und Karen Scheper verschaffte uns einen allgemeinen Überblick über die bedrückende und beschämende Geschichte des Hauses und erläuterte das Projekt, bevor wir mit ihr einen Rundgang durch die Ausstellung machten.

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Viele Fragen ergaben sich dadurch und in der Diskussion über die hier begangenen, unfassbaren Verbrechen gegenüber unschuldigen, wehrlosen Kindern versuchten wir, die sich dahinter verborgenen Tragödien zu erfassen. Die familiären Hintergründe, Auszüge aus den Patientenakten mit Behandlungsmethoden und der Dokumentation des Mordens anhand von Einzelschicksalen brachten uns dem Thema emotional besonders nahe, für manche fast unerträglich.

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Auch das damals verwendete Vokabular wie „Reichsausschusskinder, Ballastexistenzen, Aufartung, Erbgesundheit“ erschütterte uns in seiner unverhohlenen Bosheit. Vor dem Gebäude erinnern eine Gedenktafel und vier Stolpersteine an die Geschichte dieses Ortes.

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Jetzt war allen nach einer Pause zumute. Teresa nutzte sie, um die Stolpersteine zu putzen. Eine Passantin mit Rollator blieb stehen und applaudierte begeistert.

Mit all den gesammelten Eindrücken und Informationen setzten wir den Nachmittag mit Schreiben fort. Jeder hatte sich eine andere Herangehensweise ausgewählt. Kenneth will ein Video erstellen, Henriette wird aus der Perspektive einer Krankenschwester schreiben, Kristina verfasst ein Gedicht, andere werden Geschwister mit ins Spiel bringen. Geplant ist, ein paar der Texte zur jährlich stattfindenden Gedenkfeier vorzutragen, die in diesem Jahr am 07.11.2019 stattfindet.

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Um vorher nochmal zu üben, wird uns Karen Scheper zur nächsten Schreibwerkstatt am 02.11.2019 in Marzahn besuchen, worüber wir uns sehr freuen! Und wir folgten sehr gerne ihrem Vorschlag, die Patenschaft für ein Kind zu übernehmen. Das bedeutet für uns, mindestens einmal im Jahr zu dessen Geburts- oder Todestag eine kleine Aktion zum Gedenken an dieses Kind zu veranstalten, um es damit vor dem Vergessen zu bewahren und ihm nachträglich die Anerkennung zukommen zu lassen, die ihm zu Lebzeiten versagt geblieben ist.

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https://www.mein-liebes-kind.de/

Unbedingt sei hier noch Bruno Schleinstein erwähnt, der den Aufenthalt in Wittenau überlebt hat und in vielen Filmen auf sehr eigenwillige Art und Weise mitwirkte:

„Im Alter von drei Jahren kam der uneheliche Sohn einer Prostituierten erstmals in ein Heim und verbrachte die folgenden 23 Jahre in diversen Heimen und Besserungsanstalten. Mit acht, 1941, kam er in die Wittenauer Heilstätten (heute Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik, Städtische Nervenklinik für Kinder und Jugendliche Wiesengrund), wo Ärzte mit Impfstoffen an vermeintlich geistesschwachen Kindern herumexperimentierten.[3] 1956 wurde Bruno als geheilt in die Gesellschaft entlassen. Bruno war zeit seines Lebens ein Außenseiter und galt als geistig zurückgeblieben, er verdiente sein Geld als ungelernter Arbeiter in Fabriken und als Straßenmusiker. Werner Herzog entdeckte ihn in Bruno, der Schwarze, einer Dokumentation über Berliner Außenseiter, und besetzte ihn 1974 vom Fleck weg in der Hauptrolle des Kaspar Hauser in seinem Film Jeder für sich und Gott gegen alle, wo Bruno S. durch seine sehr eigene Präsenz auf der Leinwand einen großen Eindruck hinterließ.“ (Quelle: Wikipedia)

Dem Trailer zu dem Film „Die Fremde ist der Tod“ sind diese Zitate von ihm entnommen:

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Reich beschenkt

Mein Geburtstag liegt schon wieder einen Monat in der Vergangenheit, verdrängt von neuen Aufgaben und Projekten, aber meine „Schreiberlinge“ haben ihn nicht vergessen. 23 junge Leute hatten sich eingefunden, um mir zu gratulieren, und das unter Aufbietung aller Ressourcen, die ihnen zur Verfügung standen. Angefangen vom Bandoneon über Waldhorn bis Klavier sowie die Stimme als Instrument gab es vielfach und wiederholt Geburtstagsständchen für mich mit der Überreichung eines wunderschönen Blumengebindes.

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Das war aber nur der Anfang. Denn nun folgte Teil 2 der Überraschung mit einer direkt und nur für mich aufwändig gestalteten Torte, die mit so viel Liebe zum Detail gebacken und verziert wurde, dass mir auch jetzt noch die passenden Worte fehlen. Meine Wanderleidenschaft wurde darauf in Marzipan verewigt, von den Schuhen über den Rucksack bis hin zur Picknickdecke mit Buch, angeknabbertem Sandwich, Obst und Gemüse, aber auch Steinen und einem Wegweiser. Ich habe mich sooo sehr darüber gefreut! Die Torte haben wir dann gleich gemeinschaftlich aufgefuttert, auch geschmacklich ein Fest. Aber die Verzierung schmückt nun seit gestern meine Wohnung.

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Und noch immer war das nicht alles. Teil 3 der Geschenke-Orgie übernahm Oliver. Er hielt eine kleine Ansprache, in der er zum Ausdruck brachte, dass alle so gerne und schon so lange zur Schreibwerkstatt kommen, weil ich viel im Hintergrund erledige und dadurch allen den Rücken frei halte. Ich würde für ein harmonisches Klima sorgen, immer da sein und mich trotzdem nicht aufdrängen. Ich war zutiefst gerührt, auch von der Idee mit den vier Themen-Gläsern, gefüllt mit gemeinschaftlich zusammengetragenen Sprüchen und Wünschen. Ich darf nun jeden zweiten Tag einen Zettel entfalten.

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Doch damit nicht genug, bekam ich auch noch eine Dussmann-Gutscheinkarte im Wert von 50 €, einen Gutschein für ein Eis-Fondue bei Häagen-Dasz, poetische Bleistifte, edle Schokolade, einen liebevoll gebastelten Perlenblumenstrauß und eine stilvolle Glückwunschkarte.

Das ist nicht mehr zu toppen! Ich habe gemerkt, dass alles von Herzen kam und mir wurde mal wieder klar, wie wichtig diese Gruppe auch für mich ist. Nicht wegen der Geschenke, sondern wegen dieser tollen jungen Menschen mit ihren klugen Gedanken, die mir so viel zurückgeben, schon allein den Glauben an die nachfolgende Generation. Wenn immer so düstere Prognosen verbreitet werden, dass keiner mehr liest, alle verblöden und die Menschheit keine Zukunft mehr hat, kann ich mit vollster Überzeugung widersprechen.

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Tatsächlich haben wir dann auch noch geschrieben. Thema war: „Welches Buch hat dich nachhaltig beeindruckt, beeinflusst und geprägt?“ Die Texte sind eine Art Auftragsarbeit und werden später auf der Seite https://www.password-online.de/  veröffentlicht und vielleicht danach in einem Buch.

Auch organisatorische Dinge wurden besprochen, denn bei uns ist immer was los:

Da wir in der letzten Schreibwerkstatt das Debattieren für uns entdeckt haben, wurde wieder eine Karte gezogen und zur Diskussion gestellt:

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Sofort kam ein reges Gespräch in Gang, das wir schließlich aus Zeitgründen und zugunsten von Werwolf mit einem Cut beenden mussten.

Ich möchte mich hiermit nochmal bei allen Beteiligten aufs Herzlichste bedanken und freue mich auf weitere spannende Augenblicke und Projekte mit euch!

Typisch deutsche Titel

Seit dem 20. August sind sie bekannt – die 20 Titel der Longlist zum Deutschen Buchpreis 2019. Junge Leute gehören nicht unbedingt zu der sich dafür interessierenden Lesergruppe bzw. wissen gar nicht, dass es diesen Preis gibt. Ein guter Grund, sich mal auf andere Weise diesen Büchern zu nähern. Die Coverbilder wurden vor der Schreibgruppe ausgebreitet und jeder sollte sich einen Titel raussuchen mit dem Auftrag, ihn als Überschrift für eine Geschichte zu verwenden. Ziemlich ratlos wurden die Bildchen hin und her geschoben, es gab kein Buch, das sofort Anklang fand. „Das sind irgendwie so typisch deutsche Titel…“, sagte eine Teilnehmerin und meinte damit „langweilig“. So machte man aus der Not eine Tugend und wählte die Überschriften aus, die man vielleicht doch irgendwie verwenden konnte.

Und das sind die Geschichten dazu:

20190901_160138 Nicht wie ihr 

20190901_160151 Eine untalentierte Lügnerin

20190901_160203 Gelenke des Lichts (Variante 1)

              Gelenke des Lichts (Variante 2)

20190901_160217 wird nachgereicht

20190901_160230 Die Leben der Elena Silber

Danach machten wir eine faszinierende Entdeckung, als wir das Spiel „Table Talk“ ausprobierten. Es beinhaltet viele, sehr originelle philosophische Fragen rund um das Leben.

Eine Frage („Nur durch Erfahrung wird man klug. Inwieweit stimmst du diesem Gedanken zu?“) genügte, eine sehr anregende Diskussion auszulösen und wir merkten, dass uns das sehr gut tut und es offenbar genau das ist, was wir momentan brauchen – vielleicht als Ablösung des Werwolf-Spiels? Auf jeden Fall wird „Table Talk“ bei den nächsten Workshops immer bereit stehen!

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