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10. März 2026 | Steglitz-Zehlendorf (Zehlendorf) | Siedlung Am Mühlenberg, Rosenhof, Igel und Hans Rosenthal

„Schöner Frühling, komm doch wieder, | lieber Frühling, komm doch bald, | bring uns Blumen, Laub und Lieder, | schmücke wieder Feld und Wald!“ (Heinrich Hoffmann von Fallersleben) – Kalenderspruch des Tages

Wenn man sich das Straßengeflecht des Stadtbezirks Steglitz-Zehlendorf genauer anschaut, wird schnell deutlich, dass Dahlem und Steglitz wesentlich dichter bebaut sind als die übrigen Ortsteile, in denen ich bisher unterwegs war. Deswegen habe ich Wannsee, Nikolassee und Schlachtensee innerhalb der ersten zwei Monate tatsächlich schon geschafft. Für Zehlendorf benötige ich noch drei Wandertage. Heute bin ich dort im Gebiet rund um die Sundgauer Straße unterwegs und starte am gleichnamigen S-Bahnhof, der 1934 in Betrieb genommen wurde. Reichsbahnarchitekt Richard Brademann, der auch das Empfangsgebäude des S-Bahnhofs Wannsee gestaltete, sorgte mit Oberlicht und farbig gefliesten Wänden für eine freundliche Empfangshalle. Außen besteht das Gebäude aus dunkelrotem Sichtmauerwerk. Kaum bin ich auf der Sundgauer Straße, entdecke ich lebensgroße Sandsteinskulpturen an der Fassade eines Wohnensembles, die mich wie ein Magnet anziehen:

Es handelt sich hier um die Siedlung Am Mühlenberg. Sie gehört zu den charakteristischen Wohnanlagen, die Anfang der 1930er‑Jahre entstanden und liegt zwischen Berliner Straße, Mörchinger Straße, Sundgauer Straße und der S-Bahnlinie der heutigen S1 im leicht ansteigenden Gelände. Gebaut wurde sie zwischen 1931 und 1936 von zwei unterschiedlichen Auftraggebern: der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft Roland mit Architekt Erich Richter sowie der Heimstättensiedlung Berlin‑Wilmersdorf, für die Ernst und Günther Paulus tätig waren. Ein geübtes Auge, das ich ja leider nicht besitze, würde feine Brüche und Übergänge erkennen, aber ich hole mir nachträglich etwas detaillierteres Wissen aus dem Internet und dem Zehlendorfer Heimatbrief von Oktober 2020:

In den frühen Bauabschnitten vor 1933 dominieren klare Formen der Weimarer Moderne: Flachdächer, horizontale Fensterbänder, Backsteinakzente und eine funktionale, fast sachliche Fassadengliederung. Diese Gebäude zeigen noch den Optimismus des sozialen Wohnungsbaus der späten Republik, der auf Licht, Luft und Grün setzte. Auch hier herrschte der Zehlendorfer Dächerkrieg. Nach 1933 veränderte sich die Gestaltung spürbar. Die späteren Häuser erhielten Walmdächer und traditionellere Fassaden, die den neuen politischen Erwartungen entsprachen. Städtebaulich prägen lange Zeilenbauten das Bild, die sich wie Terrassen an den Hang legen. Ergänzt werden sie durch U‑förmige Hofanlagen, die geschützte Innenräume schaffen und dem dicht bebauten Gebiet eine überraschende Ruhe verleihen.

Heute steht die gesamte Siedlung unter Denkmalschutz. Im Vorübergehen wirkt sie unscheinbar, aber bei genauerem Hinsehen findet man Hinweise auf eine ganze Epoche in ihren Fassaden.

Ich folge der Sundgauer über die Berliner Straße hinweg bis zur Clayallee. Dort gelingt es mir, die Hollandhäuser mit einem Federwolkenhimmel darüber einzufangen.

Die Clayallee immer nur anstupsend, bewege ich mich nun südlich durch Straßen mit Einfamilienhäusern und dem Fragment einer Mühle zwischen Berliner und Schlettstadter Straße, die mittlerweile als Wohnhaus dient. Sie wurde von dem Architekten August Andres entworfen. Ab 1921 übernahm ein Elektromotor den Antrieb der Mühle. Die neuen Anwohner beschwerten sich über den Lärm (wie heute!). Die Flügel wurden ca. 1943 abmontiert, aber nicht aufgrund des Ruhebedürfnisses der Bevölkerung, sondern wegen der Luftangriffe. Die Mühle behielt ihre Funktion trotzdem bis in die Nachkriegsjahre. Noch bis ca. 1950 verarbeitete man hier täglich Getreide zu Mehl, später wurde anstelle von Getreide allerdings Kunststoff zerkleinert. Die Mühle wurde in den 1990er Jahren denkmalgerecht zum Wohnhaus umgebaut.

Verbindungswege mit parkähnlichem Charakter ermöglichen Fußgängern den schnellen Zugang zur S-Bahn. In einer ruhigen Nebenstraße begegne ich einer wütenden Krähe, die unüberhörbar ihrem Ärger Luft macht. Noch lange kann ich sie zetern hören:

Wieder in der Clayallee, laufe ich an einer Wohneinheit vorbei, deren kunstvolle Fassadengestaltung mir ausgesprochen gut gefällt. Über ein paar Treppen gelange ich über eine Wiese zu den schmuckvollen Eingängen. Die Säulen sind verziert mit Rankelpflanzen, an denen unten diverse Tierchen versuchen, hochzuklettern. Ich liebe solche kleinen Details! Auch die Reliefs mit Tiermotiven, Darstellungen von kleinen Kindern und weiteren menschenähnlichen Figuren zwischen den sehr besonderen Fenstern sind absolut faszinierend.

So schlendere ich fotografierend übers Gelände, bis mich (vermutlich) der Hausmeister anspricht: „Kann ich Ihnen helfen?“ Ich fühle mich ertappt und gestehe, dass mich einzig und allein die Neugier und Begeisterung für diese Architektur hier hergeführt hat. „Ja“, stimmt er mir zu, „es ist schon sehr schön hier.“ Allerdings hätte es in den letzten Monaten öfter Einbrüche gegeben, weswegen er angehalten ist, verdächtige Rumtreiber wie mich anzusprechen. Natürlich habe ich dafür Verständnis und beteuere, dass ich nichts Böses im Schilde führe. „Aber das behaupten ja alle“, füge ich hinzu. Wir lachen beide und ich wende mich zum Gehen, denn ich habe noch viel vor mir. Auf der Seite des Landesdenkmalamtes finde ich die Information, dass diese Wohnanlage im Jahr 1909-10 von Paul Mebes für den Beamtenwohnungsverein gebaut wurde. Mit der aufgelockerten Anordnung der dreigeschossigen Mietshäuser um eine Grünfläche wurde der Forderung nach einer Reform des Mietshausbaus Rechnung getragen. Nicht nur der Anspruch auf Luft und Licht, ein Hauptanliegen im Kampf gegen die Hinterhöfe der Mietskasernen, konnte so gewährleistet werden, die 2-4-Zimmerwohnungen wiesen auch eine für ihre Bauzeit äußerst komfortable Ausstattung mit Bad und Innentoilette auf.

Die Winfriedstraße zwischen Clayallee und Berliner Straße überrascht mit der Gegensätzlichkeit der beiden Straßenseiten. Rechts Villen und Landhäuser, links eine Siedlung, die für BVG-Mitarbeiter des angrenzenden Busbetriebshofs errichtet wurde. Er diente lange als wichtiger Stützpunkt für Buslinien, die den Südwesten Berlins mit der Innenstadt verbanden. Die Anlage bestand aus Abstellflächen, Werkstätten und Verwaltungsräumen.

All das weiß ich aber noch nicht, als ich an den Werkswohnungen entlanglaufe, in denen man bestimmt auch sehr gut wohnt. Hinter einem Zaun entdecke ich einen Teich mit Springbrunnen, Menschen gehen durch eine kleine Pforte ein und aus und ich schlüpfe mit hindurch, weg von der Straße. Was ich entdecke, toppt alle meine Erwartungen und Vorstellungen. Hat mich jemand in eine Hotelanlage am Mittelmeer gebeamt? Mit offenem Mund betrachte ich das Areal, das von den Wohnblocks umrundet und vor Straßenlärm geschützt wird. Es herrscht eine himmlische Ruhe, Vögel zwitschern, das Wasser plätschert, ältere Menschen sitzen auf weißen Parkbänken und genießen die Sonne, die dieses „Urlaubsparadies“ in goldenes Licht taucht.

Ich stehe und staune, als eine ältere Dame des Weges kommt. Sie lächelt, als ich begeistert ausrufe: „Ist das schön hier! Niemals vermutet man von der Straße aus, dass sich hinter diesem Türchen der Blick so weiten kann!“ Sie erzählt mir, dass hier auf dem Gelände früher der Busbetriebshof der BVG war und dass sie, als diese Wohnanlage fertig war, mit ihrem Mann hier eingezogen ist, der allerdings vor neun Jahren verstorben ist. Rudolf Dümchen war ein Politiker und hat sogar einen Wikipedia-Eintrag:

Rudolf Dümchen (* 7. Oktober 1920 in Berlin; † 8. April 2017) war ein deutscher Politiker (CDU). Dümchen machte sein Abitur am Askanischen Gymnasium in Berlin-Tempelhof und wurde mit dem Beginn des Zweiten Weltkriegs 1939 von der Wehrmacht eingezogen. Bereits 1945 trat Dümchen der CDU bei und wurde 1949 Mitglied der Bezirksverordnetenversammlung des Bezirks Tempelhof. Von 1951 bis 1965 war er Bezirksstadtrat in Tempelhof, ab 1959 als Dezernent für Wirtschaft. Er wurde 1965 Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin. Dort war er bis 1971 im Parlament. Dümchen war ab 1961 Vorsitzender der CDU Tempelhof. Rudolf Dümchen starb am 8. April 2017 im Alter von 96 Jahren.[1] Er war der letzte lebende Abgeordnete der 1. Berliner Wahlperiode.

Ilse Dümchen ist jetzt 94, was ich gar nicht glauben will. Sie ist noch so fit, dass sie mir eine Führung um die Luxus-Seniorenwohnanlage „Rosenhof“ anbietet, was ich nur zu gerne annehme. So wandern wir vorbei an Bienenstöcken, einem Rosengarten, gehen über eine Brücke in ein Wäldchen, durch das sich ein Bachlauf zieht, bis wir an einem Ententeich ankommen. Von dort aus geht es weiter entlang der Rückfront bis zum beeindruckenden Platz vor dem Haupteingang. Frau Dümchen erzählt, wie gut es sich hier wohnt und dass es dabei keineswegs vordergründig um Pflege geht. Sie hat eine Wohnung und ist die alleinige Bestimmerin über ihren Tagesablauf. Die Mahlzeiten nimmt sie im dazugehörigen Restaurant ein. Sie hat drei Söhne und zehn Enkelkinder und will jetzt endlich mal lernen, wie man ein Smartphone bedient. Von meinem Laufprojekt hat sie schon gehört und freut sich riesig, mich aufgegabelt zu haben.

„Wollen Sie noch mit hineinkommen?“, fragt sie mich. Natürlich, denn ich bin sehr neugierig, wie es innen aussieht. Ein luxuriöses, weitläufiges Entrée empfängt die Besucher und Bewohner und gibt linkerhand den Blick frei auf eine Bibliothek mit gemütlichen Lesesesseln, geradezu sieht man die Herrschaften dinieren, denn es ist Mittagszeit. Rechts sitzen die Zeitungsleser vertieft in die aktuelle Tagespolitik, die freundlichen Mitarbeiterinnen am großzügigen Empfangstresen haben alles im Blick. Frau Dümchen stellt mich den Damen vor und so kommen auch wir ins Gespräch, das am Ende auf die Frage hinausläuft, ob ich auch Vorträge halten würde? „Ich übermittle Ihre Visitenkarte unserer Veranstaltungsmanagerin. Sie wird sich dann vielleicht bei Ihnen melden!“ Das wäre mal eine ganz neue Disziplin für mich, aber wieso nicht? Ich liebe Herausforderungen! Dann wird es Zeit für Frau Dümchens Mittagsmenü und auch ich muss weiterziehen. Es war mir eine Ehre, mit ihr diese halbe Stunde verbringen zu dürfen!

An der Berliner Straße gleich um die Ecke liegt eine weitere Wohnanlage, die architektonisch herausragend ist, allein schon durch die Fassade mit vorspringenden Dreieckserkern des expressionistischen Backsteinbaus:

Die Ballettschule Dahlem hingegen macht auf mich keinen einladenden Eindruck:

Ich gehe schnell weiter und finde – immer noch in der Berliner Straße – neues, besseres Futter für meine Neugierde. Es handelt sich hier um die Thielecksiedlung. In der Gazette Zehlendorf habe ich einen empfehlenswerten Artikel zur Entstehung dieser Siedlung gefunden mit einem Foto, auf dem die Fassaden komplett mit Efeu bewachsen sind. Es lohnt sich, da mal reinzuschauen!

Weiter gehts Richtung Süden, zunächst durch die Mörchinger Straße parallel zur S-Bahn. Sie führt durch diesen riesigen Wohnblock hindurch…

…um direkt dahinter eine weitere Überraschung zu offenbaren – ein kleines Igelparadies!

Viele von Kindern liebevoll gemalte Plakate sind in den Zweigen einer idyllischen, kleinen Wildnis verteilt. Ich schaue mir alle an und mache Fotos, als mich eine Frau anspricht: „Gefallen Ihnen unsere Schilder?“ So kommen wir ins Gespräch. Sie erklärt, dass der Igel mittlerweile auf der Roten Liste steht und er unsere Hilfe braucht, um nicht auszusterben. Deswegen gibt es hier dieses Projekt, zu dem auch fünf solche Igelhäuser gehören:

Die Zusammenarbeit mit Schulen und Kitas ist eine Initiative der Ökosiedlung Zehlendorf, in der ich mich gerade befinde. Sie entstand Anfang der 1990er‑Jahre als eines der ambitioniertesten ökologischen Wohnprojekte im Südwesten Berlins. Zwischen 1992 und 1993 bezogen die ersten Bewohner ihre Wohnungen, die mit umweltfreundlichen Materialien wie Linoleum, Holz- und Naturfliesen ausgestattet wurden. Es gibt viel Grün, einem künstlich angelegten Bachlauf, Teiche, Zisternen zur Regenwassernutzung und klare Regeln für naturnahe Bepflanzung. Ein Drittel der Wohnungen sind Eigentum, der Rest Mietwohnungen – und die Fluktuation ist bis heute gering, was der Siedlung eine stabile, fast dörfliche Gemeinschaft verleiht.

Von Anfang an spielte das Nachbarschaftshaus Wannseebahn e. V. eine zentrale Rolle. Es ist das gemeinschaftlich finanzierte Herz der Siedlung – ein offener Treffpunkt über dem Teich, der Kurse, Beratung, Kinderangebote, Schülerclubs, ein Nachbarschaftscafé und generationenübergreifende Aktivitäten bündelt. Von alleine hätte ich das nicht gefunden, wäre mir nicht zufällig diese engagierte Frau über den Weg gelaufen. „Gehen Sie da ruhig mal hinter! Und um das Haus herum! Dort ist es auch sehr schön.“ Das lasse ich mir nicht zweimal sagen und erlebe prompt die nächste Überraschung. Einen See mit Terrasse hätte ich hier niemals vermutet.

Nun stapfe ich weiter, immer noch auf der Mörchinger Straße (Siedlung Am Mühlenberg) und schaukele rechts und links durch die abzweigenden Straßen. Dabei erkenne ich eine sehr markante, riesige, grüne Spirale wieder, die zur Fußgängerbrücke über die S-Bahn führt. Hier war ich schon mal vor vielen Jahren:

Nach all den Siedlungen der Moderne gibt es nun eine rigorose Abkehr davon zu villenartigen Mehrfamilienhäusern. Vor allem in der Kleinaustraße und Vopeliusstraße sind davon sehr viele zu bestaunen und man muss seinen Kopf schon sehr weit in den Nacken legen, um sie bis zum Dach mustern zu können.

Nun muss ich noch ein paar Straßen südlich der S-Bahn abklappern. Der Handy-Akku neigt sich dem Ende und meiner auch. Für ersteren gibts die Powerbank, bei mir wirds da ein bisschen komplizierter. Eigentlich reichts für heute, aber wenn ich jetzt abbreche, muss ich die Folgeplanungen alle ändern! Dazu habe ich auch keine Lust. Also muss ein Müsliriegel herhalten, um Energie zu spenden.

Auf der Seehofstraßenbrücke überquere ich die S-Bahn-Gleise und setze zunächst die Villen-Tour fort.

Aber auch Wohnsiedlungen sind wieder zu finden, die sich allerdings von den bisher gesehen deutlich unterscheiden. Interessant finde ich die Wirkung von Farbe beim selben Häusertyp:

Es sind nur noch neun Monate bis Weihnachten:

Nun noch die Kilstetter Straße, die man inklusive Bebauung überall finden könnte:

Auffällig ist das zeltartige Dach der Evangelischen Stephanus-Kirche in der Mühlenstraße, der immer wieder in mein Blickfeld gerät und mich neugierig macht. Doch als ich unmittelbar davorstehe, verliert es an Wirkung. Auch hier wieder steht der Glockenturm extra und begeistert mich mäßig. Die Kirche ist geistiges Zentrum der neu gegründeten Stephanus‑Gemeinde, die sich nach dem Zweiten Weltkrieg aus dem südlichen Teil der Zehlendorfer Kirchengemeinde herausbildete. Sie ist ein Beispiel der Berliner Nachkriegsmoderne: ein Zentralbau von 1960/61, entworfen von Otto Risse und Hans Geber.

Wieder auf der Sundgauer Straße angekommen, fällt der Blick natürlich zuerst auf die angenehm freistehenden Hochhäuser, auf die Plastik eines Paares und den Mosaikschmuck über Hauseingängen:

Ein Wegweiser macht mich darauf aufmerksam, dass sich hier in unmittelbarer Nähe das Hans-Rosenthal-Haus befindet. Ich grüble – was ist das? Ein Museum? Sein Wohnhaus? Oder eine nach ihm benannte Einrichtung? Das muss ich herausfinden und folge dem Schild, bis ich direkt davor stehe:

Die Entscheidung, ob ich da nun jetzt reingehen soll oder lieber nicht, nimmt mir die Automatiktür ab. Einladend öffnet sie sich, ich trete ein und danke dem Schicksal, als ich die Toiletten erblicke. Wieder zurück, spricht mich eine Mitarbeiterin an, ob sie mir helfen könne. Ich verrate, wer ich bin und was mich hierher geführt hat und frage, in welcher Beziehung Hans Rosenthal zu diesem Haus gestanden hat. „Da bringe ich Sie mal zu meiner Kollegin, die kann Ihnen dazu ganz viel erzählen.“

Und so kommt es, dass ich ganz viel erfahre über den Menschen Hans Rosenthal, sein Schicksal in der Zeit des Nationalsozialismus und wie er überlebt hat. Die Namensgebung der Freizeitstätte soll dazu beitragen, sein Andenken wachzuhalten. In enger Absprache mit der Familie von Hans Rosenthal öffnete die Freizeitstätte am 28. Oktober 1988 ihre Pforten und es gibt auch immer noch engen Kontakt zur Familie. Regelmäßig sind die Angehörigen zu Veranstaltungen eingeladen. Wer mehr wissen möchte über dieses gastfreundliche Haus, kann auf der Webseite noch ein bisschen stöbern. Am liebsten würde ich jetzt hier sitzen bleiben und weiter schwatzen, aber nun gehts auf zum Endspurt durch ein relativ neues Viertel…

…am S-Bahnhof Sundgauer Straße vorbei, um letzte, noch nicht begangene Meter zu absolvieren. Zur Abwechslung rücken wieder Villen ins Blickfeld und das Firmenschild eines katholischen Wohnungsbauunternehmens, was irgendwie merkwürdig anmutet.

Auch die Adventsgemeinde hat hier eine Freikirche für ihre Schäfchen errichtet:

Doch das Wichtigste und Schönste steht mir jetzt zur Belohnung noch bevor – der Besuch der Buchhandlung Holzapfel. Es macht so großen Spaß, in Büchern zu stöbern! Und es riecht so gut! Natürlich werde ich fündig und verlasse das Paradies mit einem Buch von Witold Gombrowicz: „Ich hab noch mein Berlin im Koffer – Berliner Tagebuch“. Allein schon wegen des Titels muss man das kaufen!

Aus terminlichen Gründen findet meine nächste Wanderung erst am Samstag statt.

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Eine Führung mit Dirk Jordan zu wichtigen Erinnerungsorten in Schlachtensee. Schöne Häuser, etwas Natur und Industrie.
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12. Februar 2026 | Steglitz-Zehlendorf (Nikolassee) | Havelchaussee, Lindwerder, Grunewaldturm, Kronprinzessinnenweg, eine Kurve, viel Wald und zu viel Wasser
"Willst du geliebt werden, so musst du liebenswürdig sein; ein schönes Gesicht allein tut´s nicht." (Ovid) – Kalenderspruch des Tages Heute muss ich mit meinem Bericht ausnahmsweise schon bei der …
10.02.2026 | Steglitz-Zehlendorf (Nikolassee) | Grenzkontrollpunkt Dreilinden, nochmal Waldfriedhof Zehlendorf, Yehudi-Menuhin-Park, Gartenstadt Düppel, Museumsdorf Düppel, FU-Gelände und eine Reporterin
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05. Februar 2026 | Steglitz-Zehlendorf (Nikolassee) | Wonnegauviertel, Waldfriedhof Zehlendorf, Viertel westlich davon
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03. Februar 2026 | Steglitz-Zehlendorf | Schlachtensee, Seeschlag, Schlachtensee-Ost und fünf Begegnungen
In Begleitung des Morgenpost-Reporters genieße ich den Blick über den vereisten Schlachtensee und setzt meine Straßenwanderung durch Schlachtensee fort.
29. Januar 2026 | Steglitz-Zehlendorf | Nikolassee, Hohenzollernplatz bis Rehwiese, Schlachtensee-West und drei Gespräche
Erstmals komme ich unterwegs mit mehreren Menschen ins Gespräch und lerne wieder viel dazu über Nikolassee und Schlachtensee.
27. Januar 2026 | Steglitz-Zehlendorf | Villenkolonie Wannsee | Strandbad Wannsee | Schwanenwerder | Spinnerbrücke
"Alle menschlichen Fehler sind Ungeduld, ein vorzeitiges Abbrechen des Methodischen, ein scheinbares Einpfählen der scheinbaren Sache." (Franz Kafka) – Kalenderspruch des Tages Gäbe es nicht die mir selbst auferlegte Verpflichtung, …
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19. Januar 2026 | Steglitz-Zehlendorf (Wannsee) | Schäferberg mit Funkturm, Volkspark Klein-Glienicke, Schloss und Jagdschloss Glienicke, Böttcherberg, Glienicker Brücke, Königstraße
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16. Januar 2026 | Steglitz-Zehlendorf (Wannsee) | Uferpromenade, Pfaueninsel, Nikolskoe, Moorlake, Pfaueninselchaussee
16. Januar | Steglitz-Zehlendorf | Reichsluftschutzschule, Uferpromenade, Pfaueninsel, Kirche Str. Peter und Paul, Nikolskoe, Moorlake, Pfaueninselchausee