Schreiberlinge am Lagerfeuer

Am 7. Mai 2016 – erster Samstag des Monats – treffen sich zwölf Schreiberlinge in der Mark-Twain-Bibliothek. Mehr als vermutet, wir müssen noch einen Tisch anbauen. Da wir für heute von Oliver zur anschließenden Gartenparty eingeladen wurden, hat jeder was dabei: Kartoffelsalat, Brot und Dips, Tomaten, Käse und Oliven, Gewürzgurken, Buletten,  veganes Grillgut – bestehend aus marinierten Süßkartoffeln, Pilzen, Maiskolben und Tofu.

Aber zunächst muss natürlich geschrieben werden, schließlich sind wir ein Schreibzirkel! Mein Vorschlag, dass jeder mal festhält, wie er sich Olivers Garten vorstellt, wurde mit höflichem Schweigen abgewählt. Schließlich einigen wir uns auf eine Reihum-Geschichte. Jeder fügt dem Text mündlich ein Wort hinzu, Lara schreibt mit. Das Ergebnis ist wie immer eine ziemlich verrückte Story, der man nur mit viel Wohlwollen einen Sinn abgewinnen kann. Egal – wir setzen alle unser Autogramm darunter und fertig ist das Geschenk für unseren Gastgeber, der im Garten schon mal alles vorbereitet einschließlich Rasenmähen in Anbetracht der nahenden Abordnung.

Danach räumen wir mitgebrachten Texten viel Zeit ein, die vorgelesen, teils pathetisch mit passender Musik vorgetragen und beurteilt werden. Besonders Yamilas Gedichte bestechen durch ihre Eindringlichkeit.

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Nicht zu umgehen – das obligatorische Werwolf-Spiel.

Währenddessen räume ich auf, so dass wir den Bus wie geplant erreichen und gegen 18 Uhr in Olivers Garten mit acht Personen einmarschieren. Schnell ist der Tisch unter einem blühenden Apfelbaum gedeckt und das leckere Essen wird in Windeseile vertilgt.

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Nur Benjamin muss in Ermangelung eines Grills warten, bis das Feuer brennt, um seine mitgebrachten Köstlichkeiten braten zu können. Dafür gibt er mit sichtlichem Vergnügen Oliver unser Geschenk zum Besten, der aber irgendwie die Tragweite und Tiefsinnigkeit des Textes nicht zu erkennen vermag.

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Gegen 22 Uhr wird es uns zu kalt – trotz funkensprühendem Feuer und der Wärme eines von uns fachmännisch zerlegten und verfeuerten Gartenstuhls. Deswegen machen wir uns auf den Heimweg, klettern über das geschlossene Tor der Gartenanlage, obwohl  30 Meter daneben ein Weg nach außen führt, wandern dem gerade abgefahrenen Bus hinterher zur Allee der Kosmonauten und treten unsere Heimwege an. Ein langer, aber schöner Mai-Tag!

Über Renate Zimmermann

Leidenschaftliche Fußgängerin, Bibliothekarin, Leiterin der Schreibwerkstatt Marzahn und Organisatorin von Reisen und Projekten, hier dokumentiert.
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