Sonnenbrand und Kino

Damit wir nicht immer in der Bibliothek sitzen, finden im Sommer auch mal „Outdoor“-Schreibzirkel statt. Am 4. Juni 2016 trafen wir uns deshalb am U-Bahnhof Hellersdorf, Vic und ich mit Kuchen bewaffnet.

Zuerst steuerten wir den Balance-Park an, der in meiner Vorstellung sofort alle auf die Spielgeräte treiben würde. Doch weit gefehlt, maulend schleppte sich der größte Teil zum nächstliegenden Schattenplatz und verkündete, dass man ja schließlich aus dem Spielplatzalter herausgewachsen sei. Aber schließlich wussten alle von meinem Plan und waren trotzdem anwesend, also war ich gnadenlos. Erst Sport, dann essen!

Ebenso bestand ich auf einer Aktion mit den dortigen Buchstaben-Stämmen. Jeder hatte eine Karte mit einem Begriff gezogen. Danach wählten wir 10 Buchstaben aus. Die mussten zu einem Wort verbunden werden, das als  Begriffserklärung dienen sollte. Danach mussten diese den Begriffen zugeordnet werden.

Nun war ich zufrieden, also konnte der nächste Programmpunkt in Angriff genommen werden – die Gipfelbesteigung des kleinen Berges nebenan. Oben angekommen, hatten wir das Gefühl, die städtische Müllkippe erklommen zu haben. Sah es dort oben schlimm aus! Trotzig holte ich die handgeklöppelte Spitzendecke aus meiner Picknicktasche, wofür ich mir sofort herbe Kritik einfing: „Wie spießig!“ Na und? Wir breiteten die Decke auf dem Graffiti-beschmierten Tisch aus, Blumen zur Zierde und Kuchen zum Essen obendrauf und schon konnte es losgehen. Die meisten langten zu, Benjamin schnurpselte eisern seine Paprika- und sonstigen Gemüsesticks, da er als Veganer leider nicht an unserem Gelage teilhaben konnte. Es folgte seinerseits noch ein Statement zu der verlogenen Werbestrategie mit vermeintlich unschädlichen Zuckersorten.

Unser Aufenthalt dort oben war wegen der massigen Sonnenbestrahlung von kurzer Dauer, wir flüchteten danach auf den nächsten Spielplatz.

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Ein schattiger, von Pappelsamen übersäter Platz wurde von uns in Beschlag genommen. Auch ich versuchte, mich schaukelnd in die Reifengruppe einzuordnen, was mir aber nicht gelang. Ich saß auf dem Reifen, beugte mich vor und zurück, aber von Schaukeln konnte nicht die Rede sein. Nur mit fremder Hilfe gelangte ich fast auf Überschlaghöhe.

Da wir ja eine Schreibwerkstatt sind, musste nun meiner Meinung nach auch geschrieben werden. Damit befand ich mich allerdings auf einsamem Posten. Was blieb mir übrig – ich musste die Lehrerin in mir rauskehren und gab den Befehl, einen Text über die Mark-Twain-Bibliothek zu verfassen in Vorbereitung auf den  25.Bibliotheksgeburtstag am 30. September. Dann nämlich sollen alle vor Publikum ihr Statement abgeben.  Manche folgten meiner Anweisung schleppend und widerwillig, aber es gab auch Befehlsverweigerer. Darüber muss ich mir noch Gedanken machen….

Ein Kinobesuch im benachbarten Kino „Kiste“ schloss den Nachmittag gemütlich ab. Wir schauten uns den Film „The Lady in the Van“ an.

 

 

 

Über Renate Zimmermann

Leidenschaftliche Fußgängerin, Bibliothekarin, Leiterin der Schreibwerkstatt Marzahn und Organisatorin von Reisen und Projekten, hier dokumentiert.
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