„Geplant – Gebaut – Beseitigt“: Jugendbeteiligungsprojekt mit Mitteln des Jugenddemokratiefonds

 

Die Schreibwerkstatt hat sich um Fördergelder aus dem Jugenddemokratiefonds beworben und 970 € bewilligt bekommen. Ihre Projektidee wurde von den Mitbewerbern in der Jugendjurysitzung als die Beste bewertet.
Worum geht es?

Kurzbeschreibung

Eisenhüttenstadt und Marzahn haben nach 1990 eine ähnliche Entwicklung durchlaufen. Beide waren Planstädte und begehrte Wohnorte, deren Einwohner mit der Wende einen starken Wandel in ihrem Umfeld verkraften mussten. Erinnerungs- und Identifikationsorte existieren teilweise nicht mehr, viele zogen weg, vorher lebendige Kommunen verloren an Attraktivität.
Wie setzen sich Erinnerungen fest, wie gehen die Menschen mit den massiven Veränderungen in ihrem Ort um? Welche Strategien dienen dem Blick nach vorn? Welche Lebensgeschichten und Schicksale sind damit verbunden?

Die Ergebnisse werden in Prosatexten verarbeitet, verglichen und zum Projektende im Dezember 2018 in Druckform sowie Lesungen präsentiert.

Für wen ist das Projekt / wem nützt das Projekt?

Auch für Jugendliche hat sich in den letzten Jahren viel verändert. Vertraute Orte ihrer Kindheit existieren zum Teil nicht mehr. Das Projekt kann ihnen helfen, die Wandlung urbaner Strukturen und Städtebaukonzepte zu verstehen, sich in Lebensgeschichten älterer Menschen hineinzufühlen und sich mit ihrem Heimatort zu identifizieren. Wir wollen die Frage beleuchten, wie sich Erinnerungen im Raum festsetzen, wenn die Kita oder die Schule, in die man als Kind und Jugendlicher ging, nicht mehr da sind. Wie gehen wir dem Verlust an Erinnerungen um,
die ja fest mit den Orten unserer Vergangenheit verbunden sind? In der jetzigen Zeit besteht die Tendenz, dass jeder nur noch in seinem kleinen Kosmos lebt. Die Beschäftigung mit den eigenen Wurzeln und dem Einfluss von Architektur auf die Lebensqualität erweitern den Horizont und das Empathievermögen.

Umsetzung

Da Eisenhüttenstadt mit Marzahn die Gemeinsamkeit hat, dass beide Planstädte (aus der DDR) sind und einen starken demografischen Wandel durchlaufen haben, suchen wir in Eisenhüttenstadt und Marzahn Partner, die uns bei unserem Projekt unterstützen.

  • DDR-Museum
  • Tourismusverein
  • EKO in Eisenhüttenstadt
  • Heimatvereine
  • Bezirksmuseum Marzahn-Hellersdorf
  • Bibliotheken
  • Archive und Schulen

Damit verbunden war z.B. ein Wochenend-Aufenthalt vom 30.06. / 01.07.2018 in Eisenhüttenstadt und Spurensuche in Marzahn. Wir nahmen an einer Stadtführung teil, besuchten das Dokumentationszentrum „Alltagskultur der DDR“ und interviewten Einwohner. Dazu gehörten z.B. Ben Kaden, Martin Maleschka und Detlef Kirchhoff, die uns viele wertvolle Informationen zur Stadt vermittelten. 

Einladung zum Gespräch im Club Marchwitza

Natürlich schauten wir uns ebenso in Marzahn um, nahmen auch hier an einer Stadtführung teil, besuchten das Bezirksmuseum und wollen noch Bewohner befragen.

Unterstützung bekommen wir vom Jugendportal jup! im Rahmen des Themas „Mitmischen – Wie kann ich mich beteiligen?“ jup! will „in Kombination mit seinen digitalen Kanälen das Experiment „jup! gedruckt“ wagen und die Anliegen, Vorschläge und Ideen der Jugendlichen in den Berliner Bezirken und Kiezen sichtbar machen! Es geht darum, selbst journalistisch zu arbeiten, die Entstehung eines Magazins von Anfang bis Ende mitzuerleben, freie Gestaltungsräume sinnvoll zu nutzen und eine Plattform mehr für eigene Anliegen zu erhalten.“ (Zitat von jup!)

Plakat Kiezreporter_jupgedruckt

In zwei Workshops werden wir uns mit der Projektidee auseinandersetzen, schreibend und filmisch. Wir versuchen, eine Band zu engagieren, die sich in ihren Liedtexten mit diesem Thema beschäftigt.

Gefüttert mit so vielen Fakten und Erlebnisberichten, werden wir diese entweder in Reportagen, Erzählungen, Miniaturen oder anderen Textformen verarbeiten und daraus ein kleines Buch erstellen, das wir im Dezember zur Abschlusspräsentation vorzeigen können.