
Wie in jedem Jahr haben wir 2024 eine Schreibreise unternommen. Es sollte ein Ort sein, an dem wir mit anderen Jugendlichen einen Schreibworkshop durchführen konnten. Es sollte aber darüber hinaus möglichst auch etwas zu entdecken geben, was in Berlin so nicht zu finden, gut zu erreichen war und unseren Horizont erweitern konnte. Schnell hatten wir uns entschieden, wohin die Reise gehen würde, nämlich nach Dessau. Folgende Punkte überzeugten uns:
• Bauhaus-Erbe und Architektur: Jugendliche haben die Möglichkeit, die klaren Linien, minimalistischen Formen und kreativen Konzepte des Bauhauses zu entdecken und sich davon inspirieren zu lassen.
• Die Stiftung Bauhaus Dessau bietet spezielle Führungen und Workshops an.
• Historische Bedeutung: Das Bauhaus war eine einflussreiche Kunst- und Designschule, die die moderne Gestaltung nachhaltig beeinflusst hat.
• Die Übernachtungsmöglichkeit im Prellerhaus. Es wurde im Jahr 1926 fertiggestellt und war der Wohn- und Arbeitsort berühmter Vertreter des Bauhauses. In den 28 Atelierräumen im Bauhausgebäude lebten und arbeiteten sie auf jeweils rund 24 Quadratmetern Fläche.
Insgesamt bot das Bauhaus Dessau eine einzigartige Gelegenheit für Jugendliche, ihre kreative Seite zu entdecken, sich mit Design und Architektur auseinanderzusetzen und von der Bauhaus-Ästhetik inspiriert zu werden.
Schnell hatten sich 13 Jugendliche und ich auf das Wochenende 28. – 30. 06.2024 geeinigt. Nun gings ans organisieren: Zugverbindung, Übernachtung, Bauhaus- und Meisterhäuser-Führung, Besuch des Bauhaus-Museums und Workshop. Dafür entwarf CJ ein tolles Plakat, das wir drucken ließen und für die Werbung nach Dessau schickten zum Aufhängen und Verteilung:

Für den Workshop konnten für freundlicherweise diesen Ort nutzen:

Das alles kostet Geld. Aus diesem Grund bewarben wir uns für die Teilnahme an der Jugendjury des Jugend-Demokratiefonds Berlin. Das ist ein Förderprogramm für Berliner Jugendliche, die Berliner Jugendarbeit und alle Akteure der Berliner Jugendbeteiligungslandschaft. Ziel ist es, Jugendbeteiligung und politische Bildung zu fördern. Das Geld kommt aus Mitteln der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie (SenBJF) sowie von der Jugend- und Familienstiftung des Landes Berlin (jfsb). Am 30.04.2024 fand die Sitzung der Jugendjury im FAIR gleich neben der Bibliothek statt. Dort stellten CJ und Gregor das Projekt vor und erkämpften durch überzeugende Darstellung und Argumentation ca. 850 €, die wir für die Bezahlung der Übernachtungskosten verwendeten. Später bekamen wir eine Nachschlagszahlung, die wir für den Druck der Broschüre gut gebrauchen konnten. Weiterhin erhielten wir Unterstützung von der Stiftung Zukunft Berlin.

Bevor wir aber diese Reise antraten, hatten wir einen Wochenendausflug nach Bad Hersfeld unternommen zum Bundesweiten Treffen der Literanauten.












„Die Literanauten sind ein bundesweites Leseförderungsprojekt, das Jugendliche zur aktiven Mitgestaltung einlädt. Der Schwerpunkt des Programms liegt auf dem Peer-to-Peer-Ansatz: Leseaffine, in Leseclubs, Literaturjurys oder Schreibgruppen organisierte Jugendliche werden zunächst geschult und dann selbst motivierend aktiv. Ihr Ziel ist es, noch mehr Kinder und Jugendliche für Bücher zu begeistern. Für sie und mit ihnen entwickeln die Literanauten regionale Events und Formate, bei denen das Buch im Mittelpunkt steht. Eine Bewerbung ist jederzeit beim Arbeitskreis für Jugendliteratur (AKJ) möglich.“ Quelle: Webseite des AKJ Dort lernten wir Methoden kennen, mit denen wir die Dessauer Jugendlichen für das Lesen und Schreiben begeistern wollten.
HIER gehts zum Tagebuch des Wochenendes in Bad Hersfeld.
Leider kamen keine Einheimischen zu unserer Schreibwerkstatt. Aber wir haben die Zeit für eigene Texte genutzt. Die Führung durch das Bauhaus und Meisterhäuser war für alle sehr beeindruckend. Letztendlich würde es die Plattenbauten in Marzahn ohne die Bauhaus-Architekten so nicht geben. Vieles, was uns heute an Architektur und Inneneinrichtung umgibt, hat Ähnlichkeit mit den auf Funktionalität und Rationalität ausgerichteten Entwicklungen. Manche konnten sich mit diesem perfektionistischen Einrichtungsstil nicht anfreunden, andere waren begeistert. Das Bauhaus-Museum war leider aus internen Gründen an genau diesem Wochenende geschlossen, so dass wir die gebuchte Führung nicht in Anspruch nehmen konnten. Das war sehr schade und hat Wissenslücken hinterlassen. Alle schwärmen aber noch heute von den Balkonen im Prellerhaus und die Möglichkeit, dort die lauen Sommernächte zu genießen. Ebenso war ein Ausflug an die Elbe für viele ein besonderes Erlebnis.
Diashow:
Audiodokumentation:
Eine ausführliche Beschreibung des Wochenendes inklusive der in und über Dessau entstandenen Texte der Teilnehmer sind in einer Broschüre zusammengefasst, die in der Mark-Twain-Bibliothek für 3 € erhältlich ist. Hier steht sie online zur Verfügung:

















































































































