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Volles Haus

Es wird immer noch unterschätzt, wie viele junge Menschen in ihrer Freizeit schreiben. Die Formate sind dabei sehr vielfältig. Von Kurzgeschichten, Gedichten, Romanen bis hin zu Briefen als Kommunikationsmittel mit den Eltern ist alles dabei. Diejenigen, die letztendlich den Weg in unsere Schreibgruppe finden, sind vermutlich nur ein Bruchteil davon. Manche bleiben dann über Jahre treue Mitglieder, andere schauen nur mal kurz vorbei und gehen dann andere Wege. Auf jeden Fall merke ich immer wieder, wie wichtig dieses Angebot ist, zumal es nicht allzu viele derartige Möglichkeiten gibt, sich live mit Gleichgesinnten auszutauschen und gemeinsam vielerlei Projekte zu stemmen. Zur Märzwerkstatt fanden sich mehrere neue und insgesamt 23 junge Autorinnen und Autoren ein, zwei davon kamen wegen Corona online dazu.

Nach der Vorstellungsrunde mussten zunächst organisatorische Dinge besprochen werden:

  • Storytausch 2022 mit Vincent Kliesch
  • das Angebot, kostenlos am bundesweiten Treffen der Literanauten in Bad Hersfeld teilzunehmen
  • Einreichung eines Projektes und Beantragung von Fördermitteln über den Kinder- und Jugendbeteiligungsfonds, verbunden mit der Teilnahme an der Jugendjury. Nachdem wir so in den vergangenen vier Jahren schon erfolgreich Schreibreisen nach Eisenhüttenstadt und Prora, unseren Imagefilm und das Projekt „Unwertes Leben“ finanziert hatten, waren sich alle schnell einig – wir machen wieder mit und einigten sich auf eine Reise auf den Spuren der Gebrüder Grimm.
  • Organisation einer kleinen Marzahner Buchmesse für Jugendbücher am 04.06.2022 in der Mark-Twain-Bibliothek. Geplant sind Tauschbörsen, Buchvorstellungen und Lesungen.

Danach gings endlich los mit Schreiben und zwischendurch natürlich Essen und Trinken.

Die erste Schreibaufgabe war eines der beliebten Umknickspiele: Jeder schreibt einen Satz und reicht das Blatt an seinen Nachbarn. Dieser schreibt einen zweiten Satz, knickt den ersten nach hinten weg und reicht das Blatt weiter. Da wir eine große Runde waren, dauerte das ein Weilchen. Das anschließende Vorlesen war von großer Heiterkeit geprägt, denn auf diese Art und Weise entstanden sehr witzige Texte, die hier nachzulesen sind:

Wenn so viele Mitwirkende vorlesen, ist ganz schnell eine Stunde rum. Deswegen gabs danach nur noch eine weitere Schreibaufgabe – setze die Personen auf dem Foto in Beziehung zueinander und schreibe einen Text dazu:

Und schon war es 17:30 Uhr. Einige verabschiedeten sich, andere blieben noch zum Werwolfspiel, das die Spielleiterin im Turbogang durchpeitschte.

Meine persönlichen Highlights: Einer der Teilnehmer – ein stiller Junge und auch erst zum zweiten Mal dabei, verabschiedete sich mit den Worten: „Hat Spaß gemacht!“ Und von einem Mädchen bekam ich einen leuchtend gelben Frühlingsstrauß überreicht, der jetzt mein Wohnzimmer schmückt.

Ein bisschen Wehmut verursachte die Nachricht einer langjährigen Teilnehmerin, dass sie sich nun bis Oktober nach Japan verabschiedet. Für mich traurig, denn sie verhalf mir oft in der Runde zu Gehör, wenn mich mal wieder niemand beachtete 😉 Aber ich freue mich auch für sie, denn sie hatte wegen Corona schon so lange darauf warten müssen.