Poetry Slam

Zur heutigen Schreibwerkstatt hatten wir uns einen ganz besonderen Gast eingeladen: den Wegbereiter und Mitbegründer der deutschen Slam-Szene Bas Böttcher. Für seine Sprechdichtung entwickelte er neue Medienformate und Inszenierungsformen wie Poetry-Clip, die TextBox, Looppool und den Poetenplanet. Bemerkenswert ist auch sein Plädoyer für die gesprochene Lyrik. Dichtung kann die Menschen auf vielfältige Weise erreichen, doch das aktiv und lebendig gesprochene Wort ist in der Lage, ein großes Publikum zu begeistern, während still konsumierte Texte passiv bleiben. 

Den Workshop startete Bas Böttcher mit ein paar Poetry-Slam-Beispielen und verriet uns ein paar Tricks und Kniffe.

 

Gemeinsam entwickelten wir rund um das Wort „Buch“ einen Zweizeiler, der rhythmisch (Beat) mit Fingerschnipsen vorgetragen wurde. Im Chor. Erst normal, dann schreiend, dann flüsternd und zum Schluss wieder normal ohne Beat.

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Nun waren wir selbst gefordert. Jeder dachte sich seinen eigenen Zweizeiler aus, danach stellten wir uns im Kreis auf und gaben unsere Wortspiele zum besten. Bas Böttcher nahm das Ganze auf Band auf und schickt uns das später als MP3 zum Nachhören und Amüsieren.

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Nach einer Pause hatten wir die Aufgabe, am besten in Gruppen Texte zu entwickeln, für die uns Bas Böttcher vorher Empfehlungen und Beispiele gab und mit uns einen Themen-Marktplatz zusammenstellte. Er ging von Tisch zu Tisch, stupste den Ideenfluss an und gab Ratschläge. Die Ergebnisse waren beeindruckend und wurden ebenfalls auf Band festgehalten.

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Zum Abschluss und Ausklang wurden wir wie immer zu Dorfbewohnern und Werwölfen, auch Bas mischte sich unters Volk und hatte großen Spaß mit uns.

Es war ein kreativer und lehrreicher Nachmittag! Danke an Bas Böttcher!

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Schlaflose Nacht in der Bibliothek

Fotoalbum Schreibnacht 2018

Am letzten Wochenende vor Schulbeginn nutzten 15 junge Leute die Möglichkeit, die Nacht auf ziemlich unkonventionelle Art und Weise zu verbringen. Die Mark-Twain-Bibliothek hatte wie in jedem Jahr zur Schreibnacht eingeladen. Am Samstag-Abend rückte eine schwer bepackte Meute mit teils professioneller Campingausrüstung an und belagerte binnen kürzester Zeit alle Ecken der Bibliothek. Nach dem gemeinsamen Abendbrot wurde dem Titel der Nacht entsprechend tatsächlich bis 21 Uhr konzentriert an den Texten zum Eisenhüttenstadt-Marzahn-Projekt gearbeitet.

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Danach intonierten wir Queens „We will rock you“ neu mit Hilfe der vielfältigen Instrumente aus der Musikbibliothek. Das Ergebnis war umstritten, aber auf jeden Fall originell!20180818_225907

Um 23 Uhr bekamen wir Besuch von Thomas Uhlemann , einem Fotografen, der sehr professionell aussagekräftige Bilder machte und die Jugendlichen als Models agieren ließ. Er blieb sogar bis 1 Uhr morgens und lauschte beeindruckt den Texten der Mitternachtslesung, in denen es um die Auseinandersetzung mit dem eigenen Kiez ging. Nun folgte Freizeit in der Annahme, dass sich irgendwann Müdigkeit breitmachen und Ruhe einkehren würde. Ganz falsch. Nun ging es ja erst einmal richtig los  mit Fangen und Versteckspielen und als Krönung des Ganzen stundenlanges Werwolf-Spielen. Beeindruckend, dieses Durchhaltevermögen! Doch gegen 6 Uhr war schlagartig Ruhe. jemand hatte den Schalter umgelegt und alle schnorchelten leise vor sich hin.

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Zwei Stunden später beschallte Helene Fischer die erschöpfte Meute atemlos aus den Musikboxen und Nana Mouskouri wünschte allen und dem Sonnenschein ebenso penetrant einen Guten Morgen. Ziemlich desolat fanden sich alle schlurfend in der Küche zum Frühstück ein, das vor lauter Müdigkeit fast unberührt blieb. Egal, wir hatten eine Menge Spaß und das ist die Hauptsache!

Eine Woche später berichtete die Zeitung „Die Hellersdorfer“ auf der Titelseite mit den Aufnahmen von Thomas Uhlemann über die Schreibnacht. Dafür ein herzliches Dankeschön an die Redaktion und den Fotografen!

Schreibnacht in Die Hellersdorfer

 

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Grüne Spuren: Ist eine Welt genug?

Herbst-Winterprogramm 2018 Umweltbildungszentrum Kienbergpark

Einen Beitrag zum neuen Programm im Umweltbildungszentrum Kienbergpark leisten
junge Autorinnen aus der Schreibwerkstatt der Bezirkszentralbibliothek „Mark Twain“.
Ab September 2018 führen sie Schreibworkshops durch für Schüler_innen der
3. – 10. Klassen.
Unter der Überschrift „Der ökologische Fußabdruck des Menschen“ nähern sich die
Teilnehmer_innen schreibend Themen wie z.B. Klimawandel, Plastikmüll, Umgang mit
Tieren oder Lichtverschmutzung. Kleine Schreibspiele dienen als Aufwärmübungen
und der Überwindung von Hemmschwellen. Es folgt unter Anleitung eine umfangreichere,
schriftliche Auseinandersetzung mit einem konkreten Thema, wobei den Schüler_innen
bezüglich Textart freie Wahl gelassen wird.
Die besten Arbeiten werden in einem Buch veröffentlicht.

Anbieter: Förderverein Stadtbibliothek Marzahn-Hellersdorf e.V.

Zielgruppe: 3. bis 10. Klasse

Zeit: 9:30 – 11:00 Uhr

Kosten: Schulklasse (über 15 Kinder) 60,- € / Schulklassen (unter 15 Kinder) 40,- €

Treffpunkt: Umweltbildungszentrum Kienbergpark, 12683 Berlin

Buchungsanfragen unter Tel.: +49 30 700 906 – 754 / Mail: ubz@gruen-berlin.de

Route zum Park

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Eisgekühlte Melone und heiße Diskussionen

Trotz kaum zu ertragender Temperaturen in der Artothek (Mark-Twain-Bibliothek) traf sich heute wie jeden ersten Samstag im Monat der Schreibzirkel. Sogar einer unserer treuesten Teilnehmer der ersten Stunde, der aber mittlerweile in Halle studiert und nicht mehr so oft dabei sein kann, nahm mit Koffer den Weg über die Bibliothek zum Bahnhof. Das hat mich ganz besonders gefreut. Und noch einen Gast konnten wir heute begrüßen: Ben Kaden, Bibliothekswissenschaftler und Stadtsoziologe, der in Eisenhüttenstadt aufgewachsen ist und sich für unser Jugenddemokratie-Projekt für Fragen zur Verfügung gestellt hat. Nach einem Besuch des Skywalks führten wir ein sehr angeregtes und bereicherndes Gespräch, das unsere Stadterkundungen nochmal aus einem ganz anderen Blickwinkel beleuchtete. Vorher hatten wir uns überwiegend mit der Architektur beschäftigt, jetzt gab es viele interessante Informationen zur Stadtsoziologie. An dieser Stelle dafür ein großes Dankeschön an Herrn Kaden!

Als Erfrischung gabs Eis, Melone und kühle Getränke, so dass wir danach wenigstens ein paar Minuten am Stück  in der Lage waren, auch ein bisschen zu schreiben.

Allerdings eher leichte Sachen. Mit vorher reihum ausgedachten Reimpaaren ein Gedicht schreiben; einen kurzen Text verfassen, dessen 26 Wörter mit dem ersten Buchstaben dem Alphabet folgen mussten und ein Umklappspiel, bei dem sich Text und Zeichnung abwechselten. Es gab viel zu lachen und danach war die Energie auch schon wieder verpufft. Doch zum Werwolf-Spielen hats dann doch noch gereicht.

Ein heißer, fröhlicher Nachmittag!

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Schreibwerkstatt am Set

Dass Filmen auch ganz viel mit Schreiben zu tun hat, haben wir zwar schon immer geahnt, aber nun, nach einem Videoworkshop mit Kay und Eva von jup wissen wir es. Die beiden waren heute wieder zu Gast bei uns in Marzahn und arbeiteten mit uns weiter als Kiezentdecker. Im Juni gabs einen Mini-Workshop #1, in dem wir Miniaturen geschrieben haben über unseren Stadtbezirk. Da wir nur vier Stunden Zeit hatten, um genug Material für ein Video zu produzieren, hatte Kay schon das „Drehbuch“ und den Plan vorbereitet und gab dem Ganzen den Titel „Veränderung“. Er teilte unsere Arbeit in drei Akte ein, die in drei Gruppen in Bilder umgesetzt werden sollte:

  1. Poesie (Verbildlichung der Miniaturen)
  2. Straßenumfrage (Interviews mit Marzahnern)
  3. Pamphlet (Warum ist Marzahn lebenswert?)

In einem Handout lieferte er dazu detaillierte Anleitungen zu Inhalt, Technik und Bedeutung der einzelnen Szenen im Zusammenspiel für das Video und ging mit uns Schritt für Schritt alles durch.

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Anschließend arbeiteten wir in den Gruppen an den Plänen für die Umsetzung und schwärmten danach aus, bewaffnet mit Stativ, Kamera und Tontechnik. Vorher hat uns Kay in einem Crashkurs in die Handhabung der Technik eingeweiht.

Gruppe 1 fuhr bis an den Stadtrand nach Marzahn-West und warf dort einen poetischen Kamerablick auf den Kiez. Gruppe 2 war am mutigsten und sprach auf dem Victor-Klemperer-Platz Menschen an mit der Bitte um ein Gespräch. Sie stießen nicht bei allen auf ein offenes Ohr, aber am Ende hatten sie fünf Interviews im Kasten. Gruppe 3 wählte drei Drehorte, die die Vielfalt des Stadtbezirks verdeutlichen sollten (Friedensplatz auf der Marzahner Promenade, Dorf Marzahn, Friedhof) und gab dort Statements ab über den Stellenwert dieses Kiezes aus persönlicher Sicht.

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Gegen 18 Uhr waren alle wieder versammelt in der Bibliothek und berichteten über ihre Dreharbeiten. Im nächsten Schritt wird Kay mit einigen von uns das Material sichten und schneiden. Wenn alles fertig ist, wird der Film auf Youtube zu sehen sein. Wir sind schon sehr gespannt auf das Ergebnis!

In diesem Mini-Workshop #2 haben wir viel dazugelernt und unseren Stadtbezirk mal mit anderen Augen betrachtet, im übertragenen und wörtlichen Sinn, nämlich den Kameraaugen. Unser Eisenhüttenstadt-Marzahn-Projekt wird auf jeden Fall davon profitieren.

DANKE an Kay und Eva!

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Grüne Spuren: Ist eine Welt genug?

 

Einen Beitrag zum neuen Programm im Umweltbildungszentrum Kienbergpark leisten junge Autorinnen aus der Schreibwerkstatt der Bezirkszentralbibliothek „Mark Twain“. Ab September 2018 führen sie Schreibworkshops durch für Schüler_innen der 3. – 10. Klassen. Unter der Überschrift „Der ökologische Fußabdruck des Menschen“ nähern sich die Teilnehmer_innen schreibend Themen wie z.B. Klimawandel, Plastikmüll, Umgang mit Tieren oder Lichtverschmutzung. Kleine Schreibspiele dienen als Aufwärmübungen und der Überwindung von Hemmschwellen. Es folgt unter Anleitung eine umfangreichere, schriftliche Auseinandersetzung mit einem konkreten Thema, wobei den Schüler_innen bezüglich Textart freie Wahl gelassen wird. Die besten Arbeiten werden in einem Buch veröffentlicht.

Anbieter: Vivien Nestler und Maja Fürst

Termine entnehmen Sie bitte dem Veranstaltungskalender

Zielgruppe: 3. bis 10. Klasse

Zeit: 9:30 – 11:00 Uhr

Kosten: Schulklasse (über 15 Kinder) 60,- € / Schulklassen (unter 15 Kinder) 40,- €

Treffpunkt: Umweltbildungszentrum Kienbergpark, 12683 Berlin

Buchungsanfragen unter Tel.: +49 30 700 906 – 754 / Mail: ubz@gruen-berlin.de

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Das Spiel geht weiter!

Hannover, Dietmar Wischmeyer     (Foto Frank Wilde)

Hannover, Dietmar Wischmeyer (Foto Frank Wilde)

Der Storytausch mit Dietmar Wischmeyer geht in die dritte Runde. Diese Woche erreichte uns der Dritte Brief an die Bewerber für Paradise Island. 

Darin erhielten die Teilnehmer erst mal eine Standpauke des Leiters der Insel bezüglich der Briefe aus der zweiten Runde und Instruktionen für den nächsten Schritt. Jetzt sind die Teilnehmer wieder an der Reihe, dem Paradise-Island-Team (Wischmeyer) zu antworten und einzuschätzen, welcher der zwei Gruppen sie das Team wohl zugeordnet hat​. Als Premium-Gast im goldenen Käfig oder als Security mit geringerem Standard, aber mehr Freiheiten. Wichtig ist, dass sie sich erstens in der von ihnen eingenommenen Rolle analysieren und dann auch noch darüber nachdenken, wie sie vom Insel-Team auf der Basis der bisherigen Briefe eingeschätzt werden. Diese Vermutung müssen sie begründen. Liegen sie falsch, sind sie raus aus dem Spiel. Eine Aufgabe mit hohem, ungewohnten Schwierigkeitsgrad!

In der WhatsApp-Gruppe kurbelte das auch die Diskussion an:

Ich bin nach dem Lesen der Einschätzung meines Partners sehr deprimiert.😥Ich habe eine Frage. Wenn man sich falsch einschätzt ist man raus. Ist man dann wirklich komplett raus oder wird einem nur die Chance genommen, ein Bewohner, anstatt ein Arbeiter zu werden?
Ich denke das ganze ist ein Mindgame. Aber schon das hier zu diskutieren höhlt die Wirkung des ganzen aus.🤔

Ich denke, es ist wie bei einem Fußballspiel. Am Ende gewinnt oder verliert man. Man bleibt aber so oder so 90 Minuten auf dem Spielfeld, oder?

Es könnte nur ein Druckmittel sein, letztendlich sind wir alle Mitwisser. Eventuell ist aber unser Charakter dann wirklich raus. Aber das mit dem deprimiert verstehe ich. Bei mir war es eher Missverstandenheit und Genervtheit über die Kurzsichtigkeit des Anderen.

Wie gesagt, das jetzt miteinander zu erörtern nimmt dem ganzen glaube ich die Würze. Wenn ich weiß, dass ich nichts zu verlieren habe (meine Teilnahme an Projekt) handle ich ja anders als wenn ich glaube, rausfliegen zu können. Das mit dem Missverstanden hatte ich auch zum Teil.

Stimmt iwie. Andererseits bleiben wir ja so oder so im Unwissenden was nun stimmt/passieren wird.
Renate Zimmermann: Ihr seid raus, wenn ihr falsch liegt mit eurer Vermutung, zu welcher der beiden Gruppen euch das Inselteam zugeordnet hat. Um richtig zu tippen, müsst ihr euch selbst vor allem auch mit den Augen des Inselteams betrachten. Das ist am schwersten: Wie schätzen mich andere ein? Und nicht vergessen: es geht nicht um euch persönlich, sondern um den Verrückten, dessen Rolle ihr eingenommen habt.

Das hat mir eine schlaflose Nacht beschert 😀

 

Wie es danach weitergeht und was mit den Aussortierten passiert, ist weiterhin Dietmar Wischmeyer ‘s Geheimnis. Kein Geheimnis hingegen ist der Termin der Abschlusslesung in der Mark-Twain-Bibliothek. Am 15.12.2018 um 17:00 Uhr wird die Geschichte von allen Beteiligten erstmals öffentlich vorgestellt und natürlich auch zum Kauf angeboten.

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