Hervorgehobener Beitrag

Corona greift an

Als im Januar die Meldungen über die rasante Ausbreitung eines neuartigen Virus aus Wuhan kamen, nahmen wir das alle zur Kenntnis, aber das Problem war ja weit, weit weg und irgendwie nicht unseres. Manchmal hörte man Warnungen von Virologen, Epidemiologen und Ärzten, dass eine weltweite Ausbreitung und somit eine Pandemie zu befürchten wäre. Wir nahmen das nicht ernst. Schwarzmaler gibt’s schließlich immer. Doch das Virus rückte näher, trotz Reisebeschränkungen von und nach China. Das Wort Corona fiel häufiger, aber wir ahnten nicht im Geringsten, was kommen würde.

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Im Februar wurde die Lage dann doch beunruhigend. Aber immer noch konnte ich mir nicht vorstellen, dass es ernsthaft zu Bedrohungen und schon gar nicht zu Einschränkungen führen würde. Es ging weiter mit Berichten über immer mehr Infizierte und der Suche nach Patient 0. Noch wurde versucht, die Kontakte der Infizierten nachzuvollziehen, um sie zu testen und notfalls zu isolieren. Irgendwann wurde das zu unübersichtlich.

Am 29. Februar hatte ich Besuch von meinen Freundinnen Kerstin und Dani. Zum damaligen Zeitpunkt konnten wir den Ernst der Lage noch nicht erkennen, stießen mit Corona-Bier an und hatten einen schönen Nachmittag.

02. März: „Das Risiko für die Gesellschaft ist gestiegen, die Gefahr für den Einzelnen ist aber weiterhin nicht groß“, erläuterte Prof. Drosten von der Charité die Lage.

Aber Horrorszenarien verunsicherten die Leute immer mehr. Messen wurden abgesagt, Konzerte gecancelt. Gerade hatte ich sensationelle Teilnehmerzahlen für die Fahrt zur Leipziger Buchmesse erreicht. Das Busunternehmen war hocherfreut über meine Mini-Reiseagentur und orderte den zweiten Bus für uns. 110 Teilnehmer hatten mir gerade das Geld überwiesen, als man am 03. März 2020 nach langem Zögern auch die Buchmesse sterben ließ. Große Katastrophe für das Management, die Autoren und Verlage. Und auch für mich. Ich musste nun allen das Geld zurücküberweisen oder auszahlen. Viel Arbeit für nichts und alle waren traurig.

Am 04. März wird Apotheken gestattet, Desinfektionsmittel herzustellen und zu verkaufen. Handelsübliche Produkte sind ausverkauft. Auch Toilettenpapier wird knapp. Die Leute fangen an zu hamstern. Veranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern dürfen nicht mehr stattfinden. Man soll sich nicht mehr die Hand geben.

Der 07. März ist der erste Samstag des Monats und das heißt – Schreibwerkstatt. Dieses Mal mit einem Gast – Yo-Pa Neumann, der einen Poetry-Slam-Workshop durchführt. Wir sitzen im großen Kreis dicht an dicht. Aus heutiger Sicht ein No-Go.

Der nächste Tag ist der 08. März, Internationaler Frauentag. Ich hatte eine sehr nette Einladung bekommen zu einer Veranstaltung im Projektraum Galerie M mit dem schönen Titel: „Ach Mädels! Literarisch-Musikalische Stoßseufzer“ mit Wolfgang Reuter. Die gutbesuchte Veranstaltung stand schon ein bisschen unter dem Corona-Einfluss, man reagierte achtsamer auf Hustende und tauschte sich aus über das immer näher rückende Virus. Dass schon eine Woche später der Ausnahmezustand herrschen würde, konnte sich noch niemand vorstellen. Aber es werden Mahnungen laut, dass man die sozialen Kontakte auf ein Minimum reduzieren soll.

Am 11. März 2020 erklärte die WHO den Corona-Ausbruch offiziell zu einer Pandemie. Wir ahnen nun schon, dass geöffnete Bibliotheken bald Vergangenheit sein werden. Man kann sich telefonisch für eine Woche krankschreiben lassen, damit man den Wartezimmern fernbleibt. Am nächsten Tag überschlagen sich die Ereignisse stündlich. Es kommt die erwartete Schließungswelle:

Ab 13. März bleiben die Bibliotheken, Theater und Museen bis vorerst 20. April geschlossen. Von einem Tag auf den anderen. Das erfordert blitzartig vielerlei Maßnahmen, um alle Besucherinnen und Besucher entsprechend zu informieren und finanziellen Schaden von ihnen abzuwenden. Wir tun, was wir können und arbeiten erst einmal in unseren Büros weiter. Am Abend wollten wir eigentlich zu einem Konzert von Lord Bishop gehen ins Kino Kiste, aber auch das wurde abgesagt. Veranstaltungen mit mehr als 50 Teilnehmern dürfen nicht mehr stattfinden. Es ist plötzlich eine sehr merkwürdige Stimmung. Über allem, was für die nächsten Wochen und Monate geplant war, schwebt ein großes Fragezeichen. Und wieder begegnet mir Corona auf makabre Weise:

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Am 14. März warnt Gesundheitsminister Spahn vor Falschmeldungen, dass massive Einschränkungen des öffentlichen Lebens geplant seien. Das würde nicht stimmen. Hm, heute wissen wir es besser.

16. März. Wir versammeln uns zu einer Mitarbeiterrunde. Die Leiterin der Bibliothek teilt uns mit, welche Anweisungen von nun an zu befolgen sind. Es ist das letzte Mal, dass wir so versammelt sind, denn wir müssen uns vereinzeln. Einige unterstützen von nun an die Arbeit im Gesundheitsamt. Neue Bücher werden natürlich trotzdem weiter geliefert und es ist traurig, dass sie nun länger als einen Monat auf ihre Leser warten müssen

Schulen, Unis und Kitas werden geschlossen.

17. März. Morgen würde zum 69. Mal die Reihe „Schwebende Bücher“ stattfinden. Eine Radiosendung bringt mich auf die Idee, mit Kerstin unsere Buchempfehlungen in einem Podcast zu veröffentlichen. Wir brauchen 4 Stunden, bis die 15 Titel im Kasten sind, denn wir machen das zum ersten Mal und müssen auch mal was wiederholen. Aber es hat sich gelohnt, der Erfolg und die unerwartet große Aufmerksamkeit bestätigen das. Nun werden auch Läden geschlossen. Nur Verkaufsstellen mit Waren des täglichen Bedarfs bleiben geöffnet. Kerstin entschließt sich zu einem Hamsterkauf bei Thalia:

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Das Treffen in Vereinen und auch Gottesdienste sind ab sofort untersagt. Restaurants dürfen vorerst nur bis 18 Uhr öffnen und gewährleisten, dass die Gäste weit genug auseinandersitzen.

Am 18. März beginne ich mit dem Podcast „Tagebuch einer geschlossenen Bibliothek“ und sende jeden Tag (außer Wochenende) einen Beitrag über die Arbeit hinter den Kulissen, denn Außenstehende können sich gar nicht vorstellen, dass wir auch was zu tun haben, wenn geschlossen ist. Mein erster Interviewpartner ist Christoph Kaltenborn, der über die Musikbibliothek berichtet. In den nächsten Folgen stelle ich nach und nach die Kollegen vor, die ich noch in der Bibliothek antreffe, z.B. unsere Azubis, die die Küche auf Hochglanz polieren.

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23. März. Ab heute gehen wir in Homeoffice. Nur die Leiterin der Bibliothek ist jeden Tag vor Ort und hält mit uns per Mail und Telefon Verbindung. Alle haben sich Arbeit mit nach Hause genommen und erledigen viel am PC. Dazu gehören auch Online-Weiterbildungskurse. Das wunderschöne Frühlingswetter steht in krassem Gegensatz zu den Geschehnissen.

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Das Leben wird immer unwirklicher, ich leben wie in einem Traum. Die Aktivitäten wurden von 100 auf 0 runtergefahren, alle fühlen sich ausgebremst. Ich bin gesund, habe aber das Gefühl, dass mir alles entgleitet. Die Struktur fehlt. Alles ist vage und mit großen Fragezeichen versehen. Auf nichts ist Verlass. Ich muss mir gezielt was vornehmen, sonst habe ich das Gefühl, mich aufzulösen. Für mich ist es deshalb sehr wichtig, einmal am Tag aus dem Haus gehen zu müssen. Ich wähle dafür eine sehr menschenarme Zeit und laufe meistens zur Bibliothek. So halte ich mich an die Vorgaben und bin etwas in Bewegung. An diesem Montag interviewe ich für den Podcast Benita Hanke zur aktuellen Lage und fotografiere die leere Bibliothek:

Ansonsten putze ich jeden Tag ca. 15 Regale und kümmere mich um die Regalordnung. Dabei habe ich äußerst passende Buchtitel entdeckt zur aktuellen Lage, aber auch falsch einsortierte Bücher:

und kümmere mich zu Hause im Homeoffice um das Erstellen von Webinaren, Online-Öffentlichkeitsarbeit, Vorbereitung von Programmen zur Leseförderung und informiere mich über Neuigkeiten auf dem Buchmarkt.

24. März. Jetzt müssen Restaurants generell schließen. Menschen sollen 1,5 – 2 Meter Abstand voneinander halten. In Supermärkten werden die Kassen mit Plexiglasscheiben versehen und Abstandmarkierungen auf den Boden geklebt. Man darf nur noch mit Einkaufswagen rein zur Wahrung der Distanz. Neu ist auch die Erfahrung, dass man selbst zur Gefahrenquelle wird und andere sofort einen großen Bogen um einen herum machen. Ich komme mir gemieden vor. Werde ich ja auch und ich selbst verhalte mich natürlich umgekehrt genauso.

Plattform Berlin alive

Unsere Podcasts werden immer beliebter. Wir haben in nicht ganz zwei Wochen 2000 Downloads zu verzeichnen. Ich denke, das ist ganz ordentlich.

Schwebende Bücher on Air (https://www.spreaker.com/show/4263765):

Bibliothekarinnen machen aus der Not eine Tugend und senden den Fans der Literaturempfehlungs-Reihe ihre Lesetipps als Podcast. Die erste Runde erschien am 18.03.2020. Normalerweise stellen sie alle sechs Wochen in gemütlicher Runde die Bücher vor, die sie in dieser Zeit gelesen haben und für empfehlenswert halten. Es wird gelobt und auch heftig kritisiert. Wer möchte, kann in diesem Kreis auch gerne seine Leseerlebnisse mitteilen. Am 29.04.2020 findet die Reihe zum 70. Mal statt. Wir haben dazu den Literaturagenten und RadioEins-Moderator Thomas Böhm eingeladen. Falls dann die Bibliotheken noch geschlossen sind, gibt es die Buchbesprechungen wieder als Podcast.

Tagebuch einer geschlossenen Bibliothek(https://www.spreaker.com/show/4269568):

Die Bibliotheken des Stadtbezirkes sind wie alle anderen öffentlichen Bibliotheken Berlins aus präventiven Gründen vorerst bis zum 19.04.2020 geschlossen. Viele Menschen fragen sich, was wir eigentlich jetzt machen hinter den geschlossenen Türen. Für Außenstehende ist schwer nachvollziehbar, was es im sogenannten Backoffice unabhängig von Öffnungszeiten zu erledigen gibt. Wir öffnen nun für unsere Leser akustisch unsere Türen und lassen sie Einblick nehmen in unsere Arbeit. 

Ich überlege mir, was ich tun könnte für die Familien im Haus, denn es sollen ja alle möglichst zu Hause bleiben und nur noch zum Einkaufen oder Spaziergängen / Sport raus. Ich packe einen Korb mit Kinderbüchern und stelle ihn ins Treppenhaus. Wird gut angenommen, das Angebot.

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25. – 27. März. Immer wenn ich die Bibliothek betrete, komme ich an der fast leeren Veranstaltungs-Pinnwand vorbei, den durchgestrichenen Dienstplänen und der leeren Anwesenheitstafel. Sie verbreiten ein komisches Gefühl der Verlassenheit und Traurigkeit.

Meine Schreiberlinge haben mir Sätze zukommen lassen, in denen sie ihre derzeitigen Befindlichkeiten beschreiben, wie sie mit der Situation umgehen. Das ist sehr beeindruckend und auch bedrückend. Ich mache daraus dem Samstag-Podcast.

Wie gehts mir – Texte

Mittlerweile darf man nur noch zu zweit rausgehen. Verstöße werden polizeilich geahndet. Ich höre den merkwürdigen Satz: „Die Polizei warnt vor zu viel Freizeitaktivitäten.“ Die TAZ titelt am Wochenende: „Ist Sitzen noch okay?“ Ich schwanke in meiner Meinung wie ein Blatt im Wind. Mal leuchtet mir das alles ein, mal finde ich die Maßnahmen absurd und maßlos übertrieben. Beeindruckend ist auf jeden Fall, wie brav die Bevölkerung das alles mitmacht. Dafür hat sich die Bundeskanzlerin auch bedankt. In der TAZ finde ich eine übersichtliche Darstellung, wo was erlaubt und verboten ist. Da sich das ja ständig ändert, ist so eine Gegenüberstellung auch mal ganz interessant.

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Ich hoffe sehr, dass die Maßnahmen greifen und nichts aus dem Ruder läuft. Jetzt haben Verschwörungstheorien Hochkonjunktur, eine absurder als die andere. Dass alles so gewollt ist zur Bereinigung der Wirtschaft oder auch Dezimierung der Weltbevölkerung, dass die Natur uns abstößt, dass es bald einen Militärputsch geben wird und andere wüste Spekulationen.

Meine Reise mit Georg nach Dubai ist nun natürlich auch passé, das Geburtstagsgeschenk für Wolfram hat sich in wertloses Papier verwandelt (Konzertkarten). Vieles andere steht in den Sternen.

30. März. Heute habe ich beim Putzen und Sortieren ein lange vermisstes Buch gefunden. Das sind so kleine Erfolgserlebnisse, die guttun. Ich bin dabei, ein Online-Meeting mit meinen Schreiberlingen vorzubereiten und teste heute schon mal die Möglichkeiten, die die Plattform bietet.

31. März. Heute habe ich einen Termin! Das ist total stressig und aufregend, bin es nicht mehr gewöhnt, an Zeiten gebunden zu sein. Danach putze ich weiter und finde viele tote Fliegen, eine hinter Büchern versteckte Rauchklappen-Abdeckung und unter dem Heizungsgitter zwei abgeschraubte Fensterhaken.

Da jetzt alles online abläuft, sitze ich abends aber noch länger am PC als sonst und versuche, den Überblick zu behalten. Ich habe Angst, dass mir wichtige Dinge entgleiten. Alles ist in der Schwebe. Ich versuche, die Dinge greifbar zu halten, aber das ist nicht so einfach. Plötzlich drängen sich andere Probleme in den Vordergrund und unvorstellbare Vorschriften werden normal. Ja, man gewöhnt sich an den Mindestabstand, an Menschen mit Atemschutzmasken und Gummihandschuhen, man schaut irritiert auf Gruppen ab 3 Personen und Leute, die ungeniert mit bloßen Händen die Haltestangen in öffentlichen Verkehrsmitteln berühren. Wenn man Filme anschaut aus normalen Zeiten, die gefühlt Jahrzehnte zurückliegen, mutet es einen merkwürdig an, dort die Menschen so eng miteinander umgehen zu sehen. Interessant wird es auch später, wenn wir wieder Kontakt haben dürfen. Bleiben dann jetzt antrainierte Verhaltensmuster hängen? Wird es uns schwerfallen, Nähe wieder zuzulassen? Sind wir dann alle wesensverändert, geprägt, geerdet, auf wesentliche Dinge konzentriert, vernünftiger und reflektierter?  Heute äußerte jemand die Meinung, dass ja so ein Virus auch eine Funktion, eine Daseinsberechtigung hat. Warum dann nicht auch Covid-19? Was bezweckt die Natur damit?

1. April. Niemandem ist nach Aprilscherzen zumute.

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Ich lenke mich ab mit einem Wörterpuzzle aus der Wochenend-TAZ. Dort wurde ein Wortsalat abgedruckt, den man wieder zusammenfügen sollte. Bis auf wenige Wörter habe ich tatsächlich fast alle verarbeitet:

Auf dem Dach des Freizeitforums wird fleißig gearbeitet. Das ist tröstlich, gibt es einem doch das Gefühl von Normalität. Früher haben wir immer gestöhnt, wenn über unseren Köpfen gehämmert und gebohrt wurde. Jetzt freut man sich darüber. Es sieht so aus, als könnten wir und hoffentlich auch unsere Besucher bald das Dach zum Aufenthalt nutzen. Noch ist alles eine große Baustelle, aber es geht voran. Bänke stehen schon, heute wird das Geländer montiert:

An den blühenden Kirschbäumen auf dem Platz vor dem Freizeitforum erfreuen sich im Moment nur die Bienen, Menschen sind nicht zu sehen.

Ich arbeite mich putzend durch die Bibliotheks-Regale und bin schon ein Stück weit vorangekommen. Ab und zu entdecke außer Staub und teilweise nicht mehr zu identifizierender Objekte wie schon in den vergangenen Tagen Buchtitel, die für die gegenwärtige Situation geschrieben zu sein scheinen. Heute fällt mir ein Buch vor die Füße, das passender nicht sein kann:

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Nach dem täglichen Pensum von 15 Regalen mache ich noch Besorgungen für meine 85jährige Nachbarin. Für sie ist es momentan auch sehr bitter und sie hat große Angst, die Wohnung zu verlassen. Gespräche finden nur an der Wohnungstür statt. Sonst hat sie mich auch gerne mal zum Essen eingeladen und sich über meine Gesellschaft gefreut. Das fällt jetzt weg. Wir winken uns nur noch aus gebührendem Anstand zu. Ich beobachte an mir, dass ich immer weniger einkaufen gehe. Als in seiner Freiheit sonst uneingeschränkter Mensch empfindet man das jetzt notwendige Reglement als herben Einschnitt in die Persönlichkeitsrechte. Es ist bedrückend. In den Nachrichten wird verkündet, dass diese Maßnahmen, Kontaktsperren und die Ausgangsbeschränkungen bis nach Ostern aufrechterhalten werden. War zu erwarten, ist sicher auch vernünftig und trotzdem deprimierend. Erstmals wird Ostern für Gläubige ohne Gottesdienste stattfinden. Es wird nirgendwo ein Osterfeuer geben, über Reiseziele muss man sich gar nicht erst den Kopf zerbrechen.

Die Kunst des digitalen LebensMan hört nur noch „Corona“. Egal, wo man hinschaut und -hört. Jetzt kommt meinem seelischen Wohlbefinden meine bisherige Strategie im Umgang mit News sehr zugute. Keine Nachrichten hören, keine Tagesschau und schon gar keine Talkshows anschauen, keine News per Smartphone empfangen. Wichtiges erfahre ich trotzdem, aber es bleibt auch noch Platz für andere Gedanken in meinem Kopf. Ich empfehle hier wärmstens das Buch von Rolf Dobelli: Die Kunst des digitalen Lebens.

Auch meine Zebrafinken spielen verrückt. Einer hackt dem anderen das Köpfchen kaputt. Ich kaufe einen zweiten Käfig und schicke das verletzte Vögelchen in Quarantäne.

2. April. Immer öfter in der Diskussion: die Corona-App und ob das Tragen von Schutzmasken Pflicht werden soll. Beim Bahnfahren fällt mir auf, dass nicht alle Fahrer die Türen automatisch öffnen. Wäre aber sinnvoll.

Unser Psychologiebestand birgt eine Menge Buchtitel, die man zu einer Corona-Geschichte verarbeiten könnte:

Ich könnte daraus eine Schreibaufgabe machen für den Online-Schreibzirkel am Samstag. Daran wird auch das Ehepaar Iny Lorentz teilnehmen, unsere Storytauschautoren und ich telefoniere heute mit ihnen, um den Chat vorzubereiten. Mit meinem Kollegen Christoph Kaltenborn bespreche ich seine Idee, in den Podcast Musikrätsel einzubinden.

03. April. Stress!!! Ein Handwerker hat sich für 7 Uhr (!!!) angekündigt, um die Badewannen-Mischbatterie auszutauschen. Mit drei Weckern schaffe ich es auch tatsächlich, rechtzeitig aufzustehen. Hat prima geklappt. Gestern angerufen, heute erledigt.

Da ich die Nachrichtenflut meide, informiere ich mich ab und zu auf der Seite vom Robert-Koch-Institut, dem Presse- und Informationsamt der Bundesregierung und bei Statista. Die Zahlen von heute sagen aus, dass es 0,07% aktive Fälle in Deutschland gibt, davon 0,005% mit schwerem bis kritischem Verlauf. Es werden auch vorwiegend absolute Zahlen bei der Berichterstattung verwendet. Aber durch die Darstellung in Prozenten kann man die Gesamtsituation besser erfassen. Es gab bisher 1017 Todesfälle in Deutschland, das sind 0,001% von 80 Mio. Einwohnern. Der Altersmedian liegt dabei bei 82 Jahren. Ich muss gestehen, dass mich diese Zahlen (noch) nicht beängstigen. Nicht vergessen darf man natürlich dabei die Aussage, die immer wieder fällt: Wir stehen noch ganz am Anfang. Heute wurde der Bußgeldkatalog veröffentlicht, der die Ahndung von Verstößen gegen die derzeitigen Regelungen festlegt. Sogar Bibliotheken sind darin bedacht. Wer vor dem 19.04. Bibliotheken öffnet, muss mit einer Strafe von 1000 – 10.000 € rechnen. „Die Öffnung von Bibliotheken ist verboten.“ Irgendwie makaber, aber eben notwendig.

Ich habe meine Passion für diese Zeit gefunden. Stetiges Vor-mich-hin-Putzen beruhigt und man kann zum Feierabend stolz auf ein sichtbares Ergebnis blicken. Aber dafür habe ich in meiner Wohnung das Reinigungsprogramm völlig auf Null gefahren. Langsam fällt das sogar meinem Mann auf!

Wochenende 04./05. April. Am Samstag kamen ungefähr 15 junge Leute zur Schreibwerkstatt, zum ersten Mal in deren 10jährigen Geschichte fand diese online statt. Lustigerweise trudelten die Teilnehmer auch dieses Mal nicht alle pünktlich ein – wie im echten analogen Leben! Irgendwie hat mich das beruhigt. Auch Elmar Wohlrath von Iny Lorentz schaltete sich später dazu und beantwortete Fragen zum Storytausch. Ich habe es sogar geschafft, die Konferenz aufzunehmen, so dass man nochmal nachhören und schauen kann, obwohl es akustisch kein Vergnügen ist. Beim nächsten Mal  wird es besser, denn wir wollen uns auf jeden Fall auf diese Weise nochmal mit Iny Lorentz austauschen. fb_img_1586020743703

Der Sonntag lockte auch uns nach draußen. Ziel: das Erpetal. Endlich mal wieder mehrere Schritte am Stück. Irgendwie scheint alles so normal – hier und da Spaziergänger, meistens aber Radfahrer, die Sonne gibt ihr bestes, es herrscht frühlingshafte Aufbruchstimmung, aufatmen, durchatmen. Den Bus zurück haben wir fast alleine und wir denken für den Moment etwas beschämt: So entspannt könnte es eigentlich bleiben!

 

 

 

 

Produktiv – Kreativ – Kommunikativ mit Yo-Pa

Yo, Passt“! So könnte man den heutigen Nachmittag mit dem Poetry-Slam-Master Yo-Pa Neumann von den Kiezpoeten kurz und knapp beschreiben.

24 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Workshops lernten auf ganz lockere Art, worauf es ankommt, wenn man einen Text für dieses „Live-Literatur“-Format Slam Poetry verfassen möchte, dass es gewisse Gesetzmäßigkeiten gibt, dass man sein Anliegen in einen Satz packen kann, das Gegenteil dazu beschreibt und diese beiden Gegenpole narrativ verbindet. Die Texte sind zwar an einen zeitlichen Vortragsrahmen gebunden, unterliegen aber ansonsten keinen Stilvorgaben. Sie greifen banale Alltagsgegebenheiten auf, aber auch gesellschaftliche oder existentielle Probleme. Es dauerte nicht lange, bis jeder sein Thema gefunden hatte und die Stifte übers Papier kratzten. Jeder entwickelte dafür seine eigene Strategie:

Die vorgetragenen Ergebnisse beeindruckten in jeder Hinsicht, was sich in der sehr ehrlichen und aufgeschlossenen Feedback-Runde widerspiegelte.

Yo-Pa gab noch viele nützliche Tipps und schlug vor, diesen Schnupperkurs mit weiteren Aufbaukursen fortzusetzen, die man mit einem öffentlichen Poetry Slam abschließen könnte.

Eine wunderbare Idee! Poetry Slam in Marzahn – ein für unseren Stadtbezirk noch sehr ungewöhnliches Veranstaltungsformat. Wir freuen uns darauf!

Die Wunderkammer der Mark-Twain-Bibliothek

Es ist ein Phänomen und immer wieder beglückend, beeindruckend und motivierend, dass sich am ersten Samstag jeden Monats so viele junge schreibinteressierte Menschen um den großen Tisch in der Artothek der Mark-Twain-Bibliothek versammeln, dass die Plätze fast nicht ausreichen. Wer also an der heutigen Jugend zu verzweifeln droht, kann gerne mal vorbeischauen und Hoffnung tanken!  11-35jährige Teilnehmerinnen und Teilnehmer begrüßen sich wie bei einem großen Familientreffen und haben sich wie immer viel zu erzählen. Bis die letzten Nachzügler eingetrudelt sind, unterhalte ich mich mit der Autorin Marianne Zückler, die uns am 27.01.2020 zur Gedenkveranstaltung im Kleisthaus erlebt hat und von den Texten „Unwertes Leben“ so beeindruckt war, dass sie uns unbedingt näher kennenlernen wollte. Die dort entstandenen Fotos (© Behindertenbeauftrager / Christian Marquardt) vermitteln wunderbar die feierliche Atmosphäre der Veranstaltung:

Frau Zückler spricht allen nochmal ihre Anerkennung aus und ermutigt zu weiteren Lesungen. Danach überreiche ich den Beteiligten im Auftrag des Abgeordnetenhauses Urkunden und Gutscheine für Englischsprachkurse und gebe einen Ausblick auf kommende Ereignisse und Termine:

  • Freikarten zum Handballspiel der „Füchse“ am 13.02.2020 in der Max-Schmeling-Halle
  • neues Projekt „Singende Worte“ mit Fee Brembeck und Jana Heinicke
  • Fahrt zur Leipziger Buchmesse am 15.03.2020 (fast 100 Reisende!)
  • März-Werkstatt am 07.03.2020: Poetry Slam-Workshop mit Yo-Pa
  • Storytausch mit Iny Lorentz

Und dann kommt ganz besonderer Besuch: Joni, 1/4 Jahr alt mit Mama Jana und Papa Moritz. Letzterer trägt einen riesigen Karton vor sich her, in dem sich viele, viele Exemplare des Buches befinden, das während des von Jana durchgeführten Projektes „Schreib was du willst – aber schreib!“ entstanden ist. Manche Texte wurden im Tonstudio aufgenommen und sind über einen QR-Code nachzuhören.

9783963113253_wDas Buch ist im Mitteldeutschen Verlag erschienen und hat auch eine ISBN, ist also im Buchhandel erhältlich und kostet 10 €. Auf das Ergebnis können alle sehr stolz sein! Eine Sammlung beeindruckender Texte von nicht minder beeindruckenden Autorinnen und Autoren. Merkwürdigerweise lässt der erwartete Jubel auf sich warten, eine Verhaltensweise im wahrsten Sinne des Wortes – eine verhaltene Weise, Freude zum Ausdruck zu bringen. Überschwänglich ist anders, aber ich denke schon, dass sie es zu schätzen wissen. Geplant ist nun eine Release-Party bzw. Lesung in der Bibliothek, denn die Texte sind so gut, dass sie keinesfalls in der Schublade verschwinden dürfen.

Jana stellt anschließend das neue Projekt von Fee vor, die heute leider nicht mitkommen konnte und es gibt auch schon einen ersten Termin – 20.02.2020 um 15:30 Uhr in der Bibliothek. Leider bleibt ihr nicht viel Zeit mit uns, denn Joni hat Hunger und tut das sehr deutlich hörbar kund. Nach der Verabschiedung der kleinen Familie widmen wir uns dem Schreiben und beginnen mit einer Übung, in der zuerst Wörter gesammelt werden, davon drei verworfen und drei favorisiert werden. Daraus muss eine 5-Minuten-Geschichte konstruiert werden. Die eingescannten Texte sind hier nachzulesen:

5-Minuten-Geschichten

plus ein Nachtrag von Johanna:

5-Minuten-Geschichten Johanna

Sehr hilfreich war dabei für mich mein Lieblingsbuch „Die Wunderkammer der Deutschen Sprache“:

Danach diskutieren wir über das große Thema „Freiheit“. Geplant ist eine gemeinsame Veranstaltung mit der Musikschule Marzahn-Hellersdorf, die im Herbst anlässlich des 30. Jahrestages der deutschen Einheit stattfinden soll. Alle sollen einen kurzen, aber inhaltlich verdichteten Text darüber schreiben, was sie unter Freiheit verstehen und was sie ihnen bedeutet. Diese werden dann zwischen den Musikstücken vorgetragen.

Den Abschluss bildet natürlich eine Runde „Werwolf“, die heute ungewöhnlich kompliziert und lange dauert, aber alle in sehr gelöster Stimmung nach Hause entlässt. Ein ausgefüllter, ereignisreicher Nachmittag. Danke an alle!

Große Resonanz

Wir wurden vom Beauftragten der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen Jürgen Dusel eingeladen, mit einigen ausgewählten Texten des Projektes „Unwertes Leben“ im Kleisthaus aufzutreten zur dortigen jährlichen Gedenkfeier am 27. Januar 2020: T4_Gedenkveranstaltung_Einleger

Es war uns eine Ehre, diesen Abend mit dem inklusiven A-Capella-Chor Thonkunst aus Leipzig mitgestalten zu dürfen.

Außerdem nahmen wir vom 18. – 28.01.2020 im Abgeordnetenhaus Berlin im Rahmen von denk!mal 2020 an einer Ausstellung teil, die nun in der Mark-Twain-Bibliothek zu besichtigen ist.

Unsere Texte wurden gedruckt und sind nun als Broschüre für 1 € in der Mark-Twain-Bibliothek erhältlich.

 

 

Jugendforum denk!mal 2020

Am 17.01.2020 wurde im Abgeordnetenhaus die Ausstellung zum diesjährigen Jugendforum denk!mal 2020 aufgebaut. Auch unsere Schreibwerkstatt ist dort mit den Texten des Projektes „Unwertes Leben“ vertreten. Keiner unserer bisherigen Publikationen wurde jemals solche Aufmerksamkeit zuteil, viele sehr emotionale Rückmeldungen haben uns gezeigt, dass wir mit den Geschichten und Gedichten die Herzen der Leser erreicht haben. Wir wünschen uns und natürlich auch den vielen anderen, sehr beeindruckenden Ausstellungsbeiträgen viele interessierte Besucher. Bis zum 28.01.2020 kann man diese noch sehen.

Wir wurden weiterhin vom Beauftragten der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen eingeladen, mit einigen ausgewählten Texten im Kleisthaus aufzutreten zur dortigen jährlichen, öffentlichen Gedenkfeier am 27. Januar 2020 um 19:00 Uhr. Das macht uns sehr stolz und wir freuen uns schon sehr darauf, dort mit einem inklusiven Orchester gemeinsam das Programm zu gestalten. 

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Krimidinner

Szenario: Vor einigen Tagen erhielten die Ehemaligen der Klasse 12 b von der Mark-Twain-Oberschule eine vielversprechende Einladung zum 10-jährigen Klassentreffen. Auch Herr Grünbaum, der damalige Klassenlehrer wurde darin als Gast angekündigt. Die Teilnehmer wurden gebeten, etwas zum Buffet beizusteuern. Fast alle folgten begeistert der Einladung und nach und nach füllte sich die Schulbibliothek, die dafür gemietet wurde. Plötzlich ertönte eine Etage tiefer ein gellender Schrei und alle rannten aufgeregt dorthin, um nachzuschauen, was passiert war. Eine der Organisatorinnen hatte sich kurz vorher auf die Suche nach Herrn Grünbaum begeben und ihn tot aufgefunden. Man kann sich vorstellen, welche Aufregung danach herrschte! Die Schule wurde sofort abgesperrt und niemand durfte das Gebäude mehr verlassen.

Nun begann das große Rätselraten. Wer war der Mörder? In Dreiergruppen begaben sich die ehemaligen Schülerinnen und Schüler auf die Suche nach Hinweisen, Botschaften, Indizien oder gar Beweisen. Es wurden Umschläge mit Geheimschrift gefunden, ein Liebesbrief, ein Kalender mit dem Ultraschallbild eines Embryos darin, Zeitungsausschnitte. Man verdächtigte sich gegenseitig und es wurde allen immer klarer, dass wohl jeder so seine Geheimnisse mit sich rumtrug und nichts so war, wie es schien. Kaum jemand konnte das Bild aufrechterhalten, das die anderen bis zu diesem denkwürdigen Tag von ihm hatten und teilweise taten sich menschliche Abgründe auf. Schließlich einigte man sich darauf, erst mal etwas zu essen, denn die ganzen mitgebrachten Köstlichkeiten standen immer noch unberührt auf dem Buffet und es wäre doch schade gewesen, das alles wegzuwerfen. Herr Grünbaum wäre davon auch nicht wieder lebendig geworden. 

Da alle am Tisch versammelt waren, nutzten sie die Gelegenheit, die zusammengetragenen Fundstücke zu besprechen und sich auch gegenseitig zu befragen. Dabei ging es teilweise hochemotional zu und es stellte sich heraus, dass irgendwie alle auf unterschiedliche Weise in Machenschaften mit dem toten Lehrer verstrickt waren.

Doch wer war nun der Mörder? Oder die Mörderin? Besonders verdächtig war seine Frau, denn sie hatte von der jahrelangen Affäre ihres Mannes mit der nun hochschwangeren Mary erfahren und – wie sie endlich der Klasse gestand – kurz vor dem Treffen noch mit ihm gestritten. Er hätte ihr da auch gesagt, dass er die Scheidung eingereicht habe und ausziehen würde. Frau Grünbaum hatte ihren Mann daraufhin zwar nicht vorsätzlich ermordet, sich aber durch Totschlag im Affekt schuldig gemacht. Nun war zwar die Täterin gefunden, aber Erleichterung wollte sich nicht einstellen, eher Ernüchterung. So hatte sich wohl niemand diesen Abend ausgemalt. Ob es wohl jemals noch ein nächstes Klassentreffen geben wird?

Wir hatten alle einen sehr unterhaltsamen Nachmittag und möchten dem Organisationsteam Jule und Johanna ganz herzlich danken für das Skript und die perfekte Vorbereitung! Mit Musik (Mr. Pianoman Thomas Krüger am Klavier) und Gesang fand das Krimidinner einen gelösten und stimmungsvollen Ausklang.

Des Kaisers neue Kleider

Vor einiger Zeit fiel mir Jorge Bucays Buch „Was Märchen über dich erzählen“ in die Hände. Darin stellt er fest, dass das Märchen „Des Kaisers neue Kleider“ kein klassisches Ende besitzt im Sinne von „… und wenn sie nicht gestorben sind…“ Anreiz genug, in unserer letzten Schreibwerkstatt des Jahres zu versuchen, ein passendes Ende für dieses besondere Märchen zu finden. Wer wissen möchte, welche Konsequenzen der Kaiser aus der Erkenntnis gezogen haben könnte, betrogen worden zu sein, kann das hier nachlesen:

Des Kaisers neue Kleider

Nach drei Runden „Stadt, Land, Fluss“ redeten wir über eine sehr interessante Aktion im Brecht-Haus. Dort kann man einen Text in Auftrag geben gegen eine Spende an PRO ASYL. Wir entschieden uns für die Teilnahme, jeder spendete 1 € und ich rundete auf 30 € auf. Als Textsorte wählten wir ein Horoskop und trugen ein paar Stichwörter zusammen wie z.B.

Mitglieder / Wahnsinn / Autoren / Zukunft / Marzahn / Gay / Neongrün / Stifte / Erfolgreich / Schreibfeder / Untergang / Schreibblockade / Klappentext / Eistee / Mandarine

Nun sind wir total gespannt, wie unser Horoskop ausfallen wird!

Zum Schluss zogen wir eine Fragekarte für unsere monatliche Debattierrunde:

Ein Thema, dass viele Betrachtungsweisen zulässt. Immer wieder spannend und beeindruckend, wie tiefgründig die Diskussionen geführt werden.