Volles Haus

Unser September-Treffen zeichnete sich erfreulicherweise durch ungewöhnlich viele Schreibinteressierte aus. 17 junge Menschen saßen in großer Runde und gebührendem Abstand in der Artothek zusammen. Neu hinzugekommen unser 10jähriges Küken Julia und eine 15jährige und zu meiner großen Freude auch mehrere der „alten Garde“, die ich schon lange nicht mehr gesehen habe. Viele studieren mittlerweile und Tim ist jetzt Azubi und somit quasi Kollege in einem anderen Stadtbezirk, nachdem leider seine Bewerbung bei uns von der Auswahlkommission nicht realisiert wurde.

Nach einer Vorstellungsrunde haben wir zunächst kommende Termine und Themen besprochen:

  • 17.09.2021 U18-Wahl in der Bibliothek
  • 18.09.2021 um 15 Uhr Lesefest „Spätlese“ im Bürgerpark Marzahn
  • 14.-17.10.2021 Schreibreise nach Prora
  • 26.10.2021 um 16 Uhr Märchenfest im Freizeitforum mit der Möglichkeit, eigene 5min-Märchen vorzutragen
  • 27.11.2021 um 17 Uhr Storytauschlesung mit Franziska Hauser
  • 11.12.2021 um 17 Uhr Lesung mit Iny Lorentz, Storytauschautoren von 2020
  • Angebot zur Teilnahme an dem Projekt „Urban Sound Marzahn“ – Wie klingt Marzahn? In kleinen Teams werden Musikstücke für ein Klang-Porträt der Lieblingsorte in Marzahn entwickelt.
  • Ausblick auf den Storytauschautor 2022 – Hoffentlich Vincent Kliesch, aber es steht noch nicht 100%ig fest.

Ihr seht – bei uns ist immer was los! Jetzt ist gerade das neue Storytauschbuch in Arbeit. Es gibt noch viel zu tun: Korrektur lesen, Satz und Layout und Isabel Dangus aus unserer Schreibwerkstatt illustriert wieder. Dieses Mal in Öl. Sie hat Kostproben mitgebracht und alle staunen über die Professionalität der Bilder.

Natürlich wurden auch die Geburtstagskinder des letzten Monats gewürdigt. Dann gings endlich los mit Schreiben. Zum Aufwärmen schrieb jeder drei Sätze, von denen einer gelogen war. Die anderen mussten herausfinden, welcher. Gar nicht so einfach. Danach sahen wir uns einen Kurzfilm an, zunächst ohne Ton. Die Aufgabe bestand darin, den Darstellern Worte in den Mund zu legen. Ein nochmaliges Abspielen – dieses Mal mit Ton – brachte die tatsächlichen Dialoge zutage.

Tim hatte auch eine interessante Schreibanregung mitgebracht. Alle sollten sich vorstellen, dass die Wahl schon vorbei ist und ein Szenario entwerfen, wie es in Deutschland in den Monaten danach zugehen wird. Zum nächsten Treffen im Oktober wollen wir uns dann unsere Visionen vorlesen und können dann überprüfen, was davon tatsächlich eingetroffen ist.

Als letzte Aufgabe mussten alle den Namen einer prominenten Person auf einen Zettel schreiben. Diese wurden eingesammelt und neu verteilt. Nun galt es, aus Sicht dieses Promis einen Fanbrief an sich selbst zu schreiben. Also Fanpost mal umgekehrt. Als Beispiel habe ich leider nur den von mir verfassten Brief verfügbar. Bzw. den Brief von Heidi Klum an mich:

„Liebe Renate, du glaubst gar nicht, wie viel es mir bedeutet, dass du immer für mich da warst, mir bis heute ein treuer Fan geblieben bist und stets zu mir gehalten hast. Es ist gar nicht so einfach, den kritischen Blicken der anderen immer standzuhalten. Manchmal habe ich nämlich auch meine schwachen Momente. Dann, in solchen Augenblicken, hilft es mir und baut mich auf, dich an meiner Seite zu wissen. Du bist ein Mensch, auf den ich mich hundertprozentig verlassen kann. Selbst Tom schätzt dich sehr. Manchmal, ehrlich gesagt, ein bisschen zu viel für meinen Geschmack. Es vergeht kein Tag, an dem er nicht von dir redet, so dass sich bei mir der Verdacht regt, er hätte mich nur geheiratet, um an dich ranzukommen. Aber im selben Moment schäme ich mich für solche Gedanken, sorry. Ich habe mich immer an dir orientiert, vor allem, was das Äußere betrifft. Intelligenzmäßig werde ich dein Niveau wohl nie erreichen, das ist mir bewusst und das akzeptiere ich auch. Muss ich ja. Bitte verlasse mich nicht, du hältst mich aufrecht, ohne dich wäre ich nie zu der geworden, die ich bin. Deine Heidi“

Nach einer obligatorischen Runde Werwolf und viele leere Eistee-Flaschen später geht ein anregender Nachmittag zu Ende. Noch ein bisschen aufräumen, Kuchenkrümel zusammenkehren und Vorbereitung der Artothek für die Klassenführung am frühen Montagmorgen habe auch ich Feierabend und freue mich schon aufs nächste Treffen.

Ein Gedanke zu „Volles Haus

  1. Günther Bach

    Wie gut zu wissen, dass es so viele junge Leute gibt, die mehr wollen als nur mit dem Smartphone rumzuspielen! Ich beglückwünsche Sie zu Ihrer spannewnden Arbeit…

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