Krimidinner

Szenario: Vor einigen Tagen erhielten die Ehemaligen der Klasse 12 b von der Mark-Twain-Oberschule eine vielversprechende Einladung zum 10-jährigen Klassentreffen. Auch Herr Grünbaum, der damalige Klassenlehrer wurde darin als Gast angekündigt. Die Teilnehmer wurden gebeten, etwas zum Buffet beizusteuern. Fast alle folgten begeistert der Einladung und nach und nach füllte sich die Schulbibliothek, die dafür gemietet wurde. Plötzlich ertönte eine Etage tiefer ein gellender Schrei und alle rannten aufgeregt dorthin, um nachzuschauen, was passiert war. Eine der Organisatorinnen hatte sich kurz vorher auf die Suche nach Herrn Grünbaum begeben und ihn tot aufgefunden. Man kann sich vorstellen, welche Aufregung danach herrschte! Die Schule wurde sofort abgesperrt und niemand durfte das Gebäude mehr verlassen.

Nun begann das große Rätselraten. Wer war der Mörder? In Dreiergruppen begaben sich die ehemaligen Schülerinnen und Schüler auf die Suche nach Hinweisen, Botschaften, Indizien oder gar Beweisen. Es wurden Umschläge mit Geheimschrift gefunden, ein Liebesbrief, ein Kalender mit dem Ultraschallbild eines Embryos darin, Zeitungsausschnitte. Man verdächtigte sich gegenseitig und es wurde allen immer klarer, dass wohl jeder so seine Geheimnisse mit sich rumtrug und nichts so war, wie es schien. Kaum jemand konnte das Bild aufrechterhalten, das die anderen bis zu diesem denkwürdigen Tag von ihm hatten und teilweise taten sich menschliche Abgründe auf. Schließlich einigte man sich darauf, erst mal etwas zu essen, denn die ganzen mitgebrachten Köstlichkeiten standen immer noch unberührt auf dem Buffet und es wäre doch schade gewesen, das alles wegzuwerfen. Herr Grünbaum wäre davon auch nicht wieder lebendig geworden. 

Da alle am Tisch versammelt waren, nutzten sie die Gelegenheit, die zusammengetragenen Fundstücke zu besprechen und sich auch gegenseitig zu befragen. Dabei ging es teilweise hochemotional zu und es stellte sich heraus, dass irgendwie alle auf unterschiedliche Weise in Machenschaften mit dem toten Lehrer verstrickt waren.

Doch wer war nun der Mörder? Oder die Mörderin? Besonders verdächtig war seine Frau, denn sie hatte von der jahrelangen Affäre ihres Mannes mit der nun hochschwangeren Mary erfahren und – wie sie endlich der Klasse gestand – kurz vor dem Treffen noch mit ihm gestritten. Er hätte ihr da auch gesagt, dass er die Scheidung eingereicht habe und ausziehen würde. Frau Grünbaum hatte ihren Mann daraufhin zwar nicht vorsätzlich ermordet, sich aber durch Totschlag im Affekt schuldig gemacht. Nun war zwar die Täterin gefunden, aber Erleichterung wollte sich nicht einstellen, eher Ernüchterung. So hatte sich wohl niemand diesen Abend ausgemalt. Ob es wohl jemals noch ein nächstes Klassentreffen geben wird?

Wir hatten alle einen sehr unterhaltsamen Nachmittag und möchten dem Organisationsteam Jule und Johanna ganz herzlich danken für das Skript und die perfekte Vorbereitung! Mit Musik (Mr. Pianoman Thomas Krüger am Klavier) und Gesang fand das Krimidinner einen gelösten und stimmungsvollen Ausklang.

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