Beelitz-Heilstätten

Am 17.08.2019 fuhren wir mit der Regionalbahn nach Beelitz-Heilstätten. Auf das Gelände wurden wir aufmerksam, weil dieser Ort immer wieder in Zusammenhang mit Euthanasie erwähnt wird. Allerdings erfuhren wir während des Rundganges von unserem Guide, dass es dafür keinerlei Nachweise gäbe. Im Gegenteil – die Heilstätten wurden Ende des 19. Jahrhunderts für lungenkranke Berliner aus prekären Verhältnissen erbaut.  Die Landesversicherungsanstalt Berlin finanzierte aufgrund der sauberen Landluft im Beelitzer Wald einen gigantischen Krankenhauskomplex; mit Sanatorien, Chirurgie und Lungenheilstätten, inklusive riesiger Liegehallen (zur Behandlung von Tuberkulose gehörte damals eine sog. „Liegekur“, also das stille Herumliegen an der frischen Luft). Im 1. Weltkrieg wurden die Heilstätten zum Lazarett umfunktioniert. Später zwischen 1933 und 1945 sollen dann allerdings medizinische Versuche an Menschen durchgeführt worden sein. Danach nutzten es die Russen als Militärhospital und sperrten weite Teile ab, bis sie nach der Wende 1994 das Gelände verließen. Ab diesem Zeitpunkt begann der Verfall. Vandalismus kam noch hinzu. Nun gibt es ein Nutzungskonzept für Wohnungen und Gewerbe, mit dem teilweise schon begonnen wurde. Aber auch viele Touristen werden angelockt durch den Baumkronenpfad und den Barfußpfad. Wir haben alles ausprobiert und waren begeistert. Zuerst bei der Führung viel erfahren zur Geschichte des Geländes, dann zwischen Baumwipfeln und über den Ruinen lustwandeln und danach 3,5 km barfuß durch den Wald wandern. Ein ausgefüllter, erlebnisreicher Tag!

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